Die Kosten für Benzin und Diesel machen einen erheblichen Teil der laufenden Autokosten aus. Dabei lässt sich die Tankrechnung nicht nur durch die Wahl einer günstigen Tankstelle reduzieren. Auch Fahrweise, Reifendruck, Fahrzeuggewicht und der richtige Zeitpunkt zum Tanken beeinflussen, wie viel Geld am Ende tatsächlich für Kraftstoff ausgegeben wird.
Wer mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert, kann seinen Spritverbrauch senken und günstiger tanken – ohne deshalb wesentlich langsamer ans Ziel kommen zu müssen.
1. Benzinpreise vergleichen und günstig tanken
Die Preise für Benzin und Diesel können sich selbst zwischen Tankstellen, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen, deutlich unterscheiden.
Vor dem Tanken lohnt sich deshalb ein aktueller Preisvergleich. Dabei sollte allerdings nicht ausschließlich der niedrigste angezeigte Literpreis berücksichtigt werden.
Eine längere Extrafahrt zu einer besonders günstigen Tankstelle kann einen Teil der Ersparnis wieder zunichtemachen.
Ein Beispiel:
Bei einer Tankfüllung von 50 Litern bedeutet ein Preisunterschied von 8 Cent pro Liter eine Ersparnis von:
50 × 0,08 Euro = 4 Euro.
Dafür einen größeren Umweg zu fahren, lohnt sich möglicherweise nicht. Liegt die günstigere Tankstelle dagegen ohnehin auf dem Arbeitsweg oder in der Nähe des Supermarktes, kann sich der Preisvergleich unmittelbar auszahlen.
2. Nicht erst mit fast leerem Tank nach einer Tankstelle suchen
Wer erst bei aufleuchtender Reserveanzeige nach einer Tankstelle sucht, setzt sich selbst unter Druck. Dann wird häufig die nächstgelegene Tankstelle gewählt – unabhängig vom Preis.
Besser ist es, die Kraftstoffpreise bereits zu vergleichen, wenn noch ausreichend Reichweite vorhanden ist.
So kann man eine günstige Tankstelle auswählen und den Tankstopp beispielsweise mit dem Arbeitsweg, Einkauf oder einer ohnehin geplanten Fahrt verbinden.
3. Den richtigen Zeitpunkt zum Tanken wählen
Kraftstoffpreise können sich im Laufe eines Tages mehrfach verändern. Deshalb kann nicht nur die Wahl der Tankstelle, sondern auch der Zeitpunkt des Tankens einen Unterschied machen.
Statt sich dauerhaft auf eine bestimmte Uhrzeit zu verlassen, sollte man aktuelle Preise vergleichen. Preisentwicklungen können sich verändern und regionale Unterschiede sind möglich.
Wer regelmäßig tankt, kann außerdem beobachten, zu welchen Zeiten die Tankstellen auf den eigenen täglichen Strecken häufig günstig sind.
4. Vorausschauend fahren und Sprit sparen
Einer der größten Einflussfaktoren auf den Kraftstoffverbrauch sitzt hinter dem Lenkrad.
Starkes Beschleunigen, unnötiges Abbremsen und anschließendes erneutes Beschleunigen kosten Energie. Eine vorausschauende Fahrweise kann den Verbrauch dagegen reduzieren.
Wer beispielsweise eine rote Ampel bereits aus größerer Entfernung erkennt, muss nicht bis kurz davor mit gleichbleibender Geschwindigkeit weiterfahren und anschließend kräftig bremsen.
Vorausschauendes Fahren bedeutet:
- ausreichend Abstand halten,
- Verkehrsentwicklung frühzeitig beobachten,
- unnötige Beschleunigung vermeiden,
- Geschwindigkeit möglichst gleichmäßig halten und
- unnötiges Bremsen und erneutes Beschleunigen reduzieren.
Das spart nicht nur Kraftstoff, sondern kann gleichzeitig Bremsen und Reifen schonen.
5. Frühzeitig hochschalten
Bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe kann die Wahl des richtigen Ganges den Verbrauch beeinflussen.
Hohe Motordrehzahlen sind beim normalen Fahren häufig nicht notwendig. Statt den Motor in jedem Gang weit hochzudrehen, kann bei geeigneter Verkehrssituation frühzeitig in den nächsthöheren Gang geschaltet werden.
Moderne Fahrzeuge verfügen häufig über eine Schaltanzeige, die einen verbrauchsgünstigen Gang empfiehlt.
Der Motor sollte dabei allerdings nicht untertourig gequält werden. Starkes Beschleunigen bei sehr niedriger Drehzahl und hoher Last ist ebenfalls nicht sinnvoll.
6. Auf der Autobahn Geschwindigkeit reduzieren
Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand erheblich. Deshalb kann insbesondere schnelles Autobahnfahren den Kraftstoffverbrauch deutlich erhöhen.
Wer beispielsweise statt sehr hoher Geschwindigkeiten konstant und moderat fährt, benötigt häufig erheblich weniger Kraftstoff.
Dabei muss man nicht extrem langsam unterwegs sein. Bereits eine etwas niedrigere Reisegeschwindigkeit kann auf langen Autobahnstrecken einen spürbaren Unterschied beim Verbrauch bewirken.
Zusätzlich wird das Fahren häufig entspannter und die Reichweite einer Tankfüllung steigt.
7. Reifendruck regelmäßig kontrollieren
Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand. Das Fahrzeug benötigt dadurch mehr Energie, um sich fortzubewegen.
Der korrekte Reifendruck sollte deshalb regelmäßig und insbesondere vor längeren Fahrten kontrolliert werden.
Die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Werte findet man je nach Fahrzeug beispielsweise:
- in der Bedienungsanleitung,
- an der B-Säule beziehungsweise im Türbereich,
- im Tankdeckel oder
- im Fahrzeugmenü.
Dabei sollte auch berücksichtigt werden, ob das Fahrzeug stark beladen ist.
Ein korrekter Reifendruck hilft nicht nur beim Spritsparen, sondern ist auch für Fahrsicherheit und Reifenverschleiß wichtig.
8. Unnötiges Gewicht aus dem Auto entfernen
Je mehr Masse beschleunigt werden muss, desto mehr Energie wird benötigt.
Einzelne kleinere Gegenstände machen zwar kaum einen messbaren Unterschied. Wer jedoch dauerhaft schwere Gegenstände im Kofferraum transportiert, obwohl diese nicht benötigt werden, erhöht unnötig das Fahrzeuggewicht.
Werkzeuge, Getränkekisten oder andere schwere Gegenstände sollten deshalb nicht monatelang ohne Grund im Auto herumgefahren werden.
Sicherheitsrelevante Ausrüstung gehört selbstverständlich weiterhin ins Fahrzeug.
9. Dachbox und Dachträger nach dem Urlaub abbauen
Besonders ungünstig für den Verbrauch können ungenutzte Dachboxen und Dachträger sein.
Hier kommt zum zusätzlichen Gewicht noch ein weiterer Faktor: der erhöhte Luftwiderstand.
Dieser macht sich besonders bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar.
Nach dem Urlaub oder Fahrradtransport sollten nicht mehr benötigte Aufbauten deshalb wieder entfernt werden. Das gilt insbesondere für große Dachboxen.
10. Motor bei längeren Standzeiten ausschalten
Ein laufender Motor verbraucht auch im Stand Kraftstoff.
Bei längeren Wartezeiten ist es deshalb sinnvoll, den Motor auszuschalten, sofern Verkehrssituation und Fahrzeugtechnik dies zulassen.
Viele moderne Fahrzeuge verfügen hierfür bereits über eine Start-Stopp-Automatik.
Den Motor minutenlang laufen zu lassen, um das Fahrzeug im Stand aufzuwärmen, ist ebenfalls keine sinnvolle Methode zum Spritsparen.
11. Kurzstrecken möglichst reduzieren
Gerade nach einem Kaltstart kann der Verbrauch vergleichsweise hoch sein. Motor und weitere Fahrzeugkomponenten erreichen erst nach einiger Zeit ihre optimale Betriebstemperatur.
Viele einzelne Kurzstrecken können deshalb ungünstiger sein als eine zusammenhängende Fahrt.
Wer mehrere Erledigungen plant, kann diese nach Möglichkeit miteinander kombinieren.
Statt dreimal separat loszufahren, können beispielsweise Supermarkt, Post und weitere Besorgungen auf einer Strecke erledigt werden.
Bei sehr kurzen Entfernungen können Fahrrad oder ein Fußweg eine Alternative sein.
12. Klimaanlage sinnvoll einsetzen
Die Klimaanlage benötigt Energie und kann dadurch den Kraftstoffverbrauch erhöhen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass man im Hochsommer darauf verzichten sollte. Eine angenehme Innenraumtemperatur trägt schließlich auch zur Konzentration des Fahrers bei.
Sinnvoll ist vielmehr ein bewusster Einsatz.
Hat sich das Fahrzeug stark aufgeheizt, kann zunächst durch Öffnen der Türen beziehungsweise Fenster ein Teil der heißen Luft entweichen. Anschließend kann die Klimaanlage den Innenraum herunterkühlen.
Bei höheren Geschwindigkeiten können weit geöffnete Fenster wiederum den Luftwiderstand erhöhen.
13. Unnötige elektrische Verbraucher vermeiden
Elektrische Energie im Auto muss erzeugt werden. Verbraucher wie Heckscheibenheizung oder andere leistungsstarke Systeme sollten deshalb nicht länger eingeschaltet bleiben als erforderlich.
Der Effekt einzelner Verbraucher auf die Tankrechnung ist zwar begrenzt, aber auch hier gilt: Viele kleine Einsparungen können sich über das Jahr summieren.
Sicherheitsrelevante Systeme und notwendige Beleuchtung sollten selbstverständlich niemals aus Spargründen ausgeschaltet werden.
14. Fahrzeug regelmäßig warten
Auch der technische Zustand eines Autos kann Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch haben.
Defekte Sensoren, Probleme mit der Motorsteuerung, verschlissene Komponenten oder andere technische Fehler können dazu führen, dass der Motor nicht optimal arbeitet.
Auffällig kann beispielsweise sein, wenn der durchschnittliche Verbrauch ohne nachvollziehbaren Grund plötzlich deutlich steigt.
In diesem Fall sollte nicht einfach weitergefahren, sondern nach der Ursache gesucht werden.
15. Verbrauch selbst berechnen
Die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers ist praktisch, aber wer seinen tatsächlichen Kraftstoffverbrauch langfristig beobachten möchte, kann ihn selbst berechnen.
Dafür wird beim Tanken der Kilometerstand beziehungsweise die gefahrene Strecke notiert.
Die Formel lautet:
Verbrauch = getankte Liter × 100 ÷ gefahrene Kilometer
Beispiel:
Nach 650 Kilometern werden 42 Liter nachgetankt.
42 × 100 ÷ 650 = 6,46 Liter/100 km
Wer diese Werte über mehrere Tankfüllungen dokumentiert, erkennt Veränderungen wesentlich besser.
Ein einzelner Tankvorgang ist dagegen wenig aussagekräftig, da unterschiedliche Füllstände und Fahrbedingungen das Ergebnis beeinflussen können.
16. Nicht nur auf den Literpreis achten
Beim günstigen Tanken sollte man immer die Gesamtkosten betrachten.
Angenommen, eine Tankstelle ist 10 Kilometer entfernt und verlangt 5 Cent weniger pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 40 Litern spart man:
40 × 0,05 Euro = 2 Euro.
Muss man dafür jedoch insgesamt 20 Kilometer zusätzlich fahren, werden Kraftstoff, Fahrzeug und Zeit für die Anfahrt benötigt.
Deshalb gilt:
Die günstigste Tankstelle ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Tankstelle.
Besonders attraktiv sind günstige Tankstellen, die ohnehin auf einer geplanten Strecke liegen.
17. Tankstopps mit anderen Fahrten verbinden
Eine einfache Möglichkeit zum Sparen besteht darin, nicht ausschließlich zum Tanken loszufahren.
Wer ohnehin zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu einem anderen Ziel unterwegs ist, kann vorher die Preise entlang der Strecke vergleichen.
Damit wird aus dem zusätzlichen Tankstellenweg ein kurzer Zwischenstopp.
Über ein ganzes Jahr können solche kleinen Optimierungen durchaus einen Unterschied machen.
Wie viel kann man durch Spritsparen sparen?
Wie groß das Sparpotenzial tatsächlich ist, hängt stark vom Fahrzeug, der bisherigen Fahrweise und der jährlichen Fahrleistung ab.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt jedoch die Größenordnung:
Ein Auto verbraucht bisher durchschnittlich 8 Liter auf 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung werden damit etwa 1.200 Liter Kraftstoff benötigt.
Sinkt der Verbrauch durch eine effizientere Fahrweise auf 7 Liter/100 km, werden nur noch etwa 1.050 Liter benötigt.
Das sind:
150 Liter weniger Kraftstoff pro Jahr.
Bei beispielsweise 1,80 Euro pro Liter entspräche das einer Ersparnis von:
270 Euro pro Jahr.
Kommt zusätzlich ein günstigerer durchschnittlicher Tankpreis hinzu, steigt das Sparpotenzial weiter.
Die besten Tipps zum Spritsparen im Überblick
- Kraftstoffpreise vor dem Tanken vergleichen.
- Nicht erst bei fast leerem Tank nach einer Tankstelle suchen.
- Tankstopps mit ohnehin notwendigen Fahrten verbinden.
- Vorausschauend und möglichst gleichmäßig fahren.
- Bei Schaltgetrieben rechtzeitig hochschalten.
- Auf Autobahnen sehr hohe Geschwindigkeiten vermeiden.
- Reifendruck regelmäßig kontrollieren.
- Unnötiges Gewicht aus dem Fahrzeug entfernen.
- Dachboxen und Dachträger nach Gebrauch abbauen.
- Unnötige Kurzstrecken reduzieren.
- Klimaanlage und elektrische Verbraucher sinnvoll einsetzen.
- Den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch regelmäßig kontrollieren.
Fazit: Günstig tanken und weniger verbrauchen
Wer seine Kraftstoffkosten reduzieren möchte, sollte zwei Dinge miteinander verbinden: günstig tanken und weniger Kraftstoff verbrauchen.
Ein Preisvergleich vor dem Tankstopp kann unmittelbar einige Euro sparen. Langfristig besitzt jedoch auch die eigene Fahrweise erhebliches Sparpotenzial.
Vorausschauendes Fahren, eine angemessene Geschwindigkeit, korrekter Reifendruck und der Verzicht auf unnötiges Gewicht helfen dabei, den Verbrauch zu reduzieren.
Besonders wirkungsvoll wird es, wenn diese Maßnahmen zur Gewohnheit werden. Denn selbst eine kleine Ersparnis pro 100 Kilometer kann sich bei hoher Jahresfahrleistung auf viele Liter Benzin oder Diesel summieren.
Wer zusätzlich die aktuellen Spritpreise vergleicht und günstige Tankstellen auf ohnehin geplanten Fahrten nutzt, kann seine jährlichen Kraftstoffkosten weiter reduzieren.
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