
Wer die Färöer mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen erkunden möchte, findet hier die wichtigsten Informationen zum Tanken, Bezahlen, Autofahren und zu den Tunnelgebühren.
Tankstellen gibt es auf den meisten größeren Inseln. Bezahlt wird normalerweise mit Kredit- oder Debitkarte. Eine Besonderheit sind die vier kostenpflichtigen Unterwassertunnel, deren Durchfahrten über das Kennzeichen erfasst und anschließend abgerechnet werden.
Die Färöer im Überblick
Die Färöer sind eine weitgehend autonome Inselgruppe innerhalb des Königreichs Dänemark. Sie liegen im Nordatlantik zwischen Island, Norwegen und den Britischen Inseln. Die 18 Inseln umfassen zusammen eine Fläche von rund 1.400 Quadratkilometern und haben etwa 55.000 Einwohner.
Die Hauptstadt ist Tórshavn. Das internationale Kfz-Kennzeichen lautet FO.
Die Inseln sind nicht vulkanisch aktiv wie Island. Ihre Landschaft wurde unter anderem durch frühere vulkanische Prozesse, Gletscher, Wind und Wasser geprägt. Der Slættaratindur ist mit 880 Metern die höchste Erhebung der Färöer.
Das Klima wird vom Nordatlantik und vom Golfstrom beeinflusst. Es ist vergleichsweise mild, aber sehr wechselhaft. Nebel, Regen und kräftiger Wind können innerhalb kurzer Zeit auftreten.
Tanken auf den Färöer-Inseln
Tankstellen befinden sich auf den meisten größeren Inseln und in vielen größeren Orten. In abgelegenen Regionen und auf kleineren Inseln können die Entfernungen jedoch größer und die Öffnungszeiten eingeschränkt sein.
An den Tankstellen werden hauptsächlich folgende Kraftstoffe angeboten:
- Bensin: Benzin
- Diesel: Dieselkraftstoff
Bei einem Mietwagen sollten Sie vor dem ersten Tanken kontrollieren, welcher Kraftstoff vorgeschrieben ist. Die entsprechende Angabe befindet sich häufig auf der Innenseite des Tankdeckels oder im Mietvertrag.
Bezahlen an der Tankstelle
An den meisten Tankstellen kann mit einer gängigen Kredit- oder Debitkarte bezahlt werden. Visa und Mastercard werden besonders häufig akzeptiert. Für Tankautomaten kann eine Karte mit PIN erforderlich sein.
Zur Sicherheit empfiehlt es sich:
- eine Kredit- oder Debitkarte mit PIN mitzunehmen,
- eine zweite Karte als Reserve bereitzuhalten,
- nicht bis zum letzten Liter weiterzufahren,
- vor Fahrten auf kleinere Inseln die nächste Tankmöglichkeit zu prüfen.
Ein kleiner Bargeldbetrag kann hilfreich sein, ist für das Tanken aber normalerweise nicht notwendig.
Währung auf den Färöern
Auf den Färöern werden die Färöische Krone und die Dänische Krone (DKK) verwendet. Beide haben den gleichen Wert.
Färöische Banknoten gibt es zu 50, 100, 200, 500 und 1.000 Kronen. Dänische Banknoten werden ebenfalls angenommen. Als Münzen werden dänische 50-Öre-Stücke sowie Münzen zu 1, 2, 5, 10 und 20 Kronen verwendet.
Färöische Banknoten lassen sich außerhalb der Inselgruppe nicht überall problemlos umtauschen. Größere Restbeträge sollten deshalb möglichst vor der Abreise ausgegeben oder gewechselt werden.
Tankstellen und Reichweite planen
Obwohl die Entfernungen auf den Färöern überschaubar erscheinen, können Umwege, Fährverbindungen, Tunnel und Wetterbedingungen die Fahrzeit verlängern. Auf kleineren Inseln ist nicht immer eine Tankstelle vorhanden.
Praktische Hinweise:
- Tanken Sie rechtzeitig, besonders vor einer Fährüberfahrt.
- Kontrollieren Sie Öffnungszeiten und Kartenzahlung bei abgelegenen Stationen.
- Planen Sie zusätzliche Reichweite für starken Gegenwind und Steigungen ein.
- Nehmen Sie keine unnötigen Kraftstoffkanister mit.
Kostenpflichtige Unterwassertunnel
Eine Besonderheit des färöischen Straßennetzes sind die vier gebührenpflichtigen Unterwassertunnel:
- Vágatunnilin zwischen Vágar und Streymoy
- Norðoyatunnilin zwischen Eysturoy und Borðoy
- Eysturoyartunnilin zwischen Streymoy und Eysturoy
- Sandoyartunnilin zwischen Streymoy und Sandoy
In den Tunneln gibt es keine klassischen Mautstationen. Das Kennzeichen wird automatisch erfasst.
Bei einem färöischen Mietwagen erfolgt die Abrechnung normalerweise über den Vermieter. Die berechneten Preise können von den offiziellen Tarifen des Tunnelbetreibers abweichen. Deshalb sollte bereits bei der Fahrzeugübernahme geklärt werden:
- Welche Tunnelgebühren im Mietpreis enthalten sind.
- Ob jede Fahrt einzeln berechnet wird.
- Ob zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr anfällt.
Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, kann die Durchfahrt online bezahlen oder das Kennzeichen für eine automatische Abrechnung registrieren. Eine einzelne Fahrt muss nach den aktuellen Angaben des Betreibers spätestens innerhalb von sechs Tagen bezahlt werden. Danach können zusätzliche Gebühren entstehen.
Die Preise hängen vom Tunnel, der Strecke und der Fahrzeugklasse ab. Sie sollten deshalb unmittelbar vor der Reise auf der Internetseite des Tunnelbetreibers kontrolliert werden.
Verkehrsregeln auf den Färöern

Auf den Färöern herrscht Rechtsverkehr. Viele Hauptstraßen sind gut ausgebaut, kleinere Straßen und Zufahrten zu abgelegenen Dörfern können jedoch sehr schmal sein.
Es gelten grundsätzlich folgende Höchstgeschwindigkeiten, sofern Verkehrsschilder nichts anderes vorgeben:
- Innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h
- Außerhalb geschlossener Ortschaften: 80 km/h
Bei Nebel, Regen, starkem Wind, Schafen auf der Fahrbahn oder in engen Kurven muss die Geschwindigkeit deutlich reduziert werden.
Weitere wichtige Regeln:
- Das Licht muss während der Fahrt tagsüber und nachts eingeschaltet sein.
- Für alle Fahrzeuginsassen gilt Anschnallpflicht.
- Ein Mobiltelefon darf während der Fahrt nicht in der Hand gehalten werden.
- Die Alkoholgrenze liegt bei 0,5 Promille. Am sichersten ist der vollständige Verzicht auf Alkohol.
- Das Fahren abseits ausgewiesener Straßen ist verboten.
Einspurige Straßen und Tunnel
Neben modernen zweispurigen Tunneln gibt es ältere, schmale und teilweise nur schwach beleuchtete Tunnel. In einspurigen Tunneln befinden sich Ausweichbuchten.
Befinden sich die Ausweichbuchten auf Ihrer rechten Seite, müssen Sie diese normalerweise benutzen und dem Gegenverkehr Platz machen. Fahren Sie langsam und achten Sie bereits beim Einfahren darauf, ob sich andere Fahrzeuge im Tunnel befinden.
Ausweichbuchten an Straßen und in Tunneln sind keine Parkplätze. Sie müssen für den Gegenverkehr frei bleiben.
Betätigt ein Fahrzeug hinter Ihnen zweimal kurz die Lichthupe, kann dies eine freundliche Bitte zum Vorbeifahren sein. Halten Sie nur an einer sicheren und dafür geeigneten Stelle an.
Schafe auf der Fahrbahn
Auf den Färöern laufen häufig Schafe in der Nähe der Straße oder direkt auf der Fahrbahn. Reduzieren Sie frühzeitig die Geschwindigkeit. Rechnen Sie damit, dass ein Tier plötzlich umkehrt oder weitere Tiere folgen.
Wird ein Schaf angefahren, muss der Unfall der Polizei gemeldet werden. Die normale Telefonnummer der färöischen Polizei lautet +298 351448. Bei einem Notfall gilt die Rufnummer 112.
Parken mit Parkscheibe
In Tórshavn, Klaksvík, Runavík und am Flughafen Vágar gibt es zeitlich begrenzte Parkplätze. Dort muss häufig eine Parkscheibe verwendet werden.
Die Parkscheibe wird gut sichtbar unten rechts an der Frontscheibe angebracht und auf die Ankunftszeit eingestellt. Kostenlose Parkscheiben sind unter anderem bei Banken und örtlichen Touristeninformationen erhältlich.
Achten Sie immer auf die Beschilderung. Insbesondere Ausweichbuchten, schmale Straßenränder und Grundstückszufahrten dürfen nicht als Parkplatz genutzt werden.
Führerschein und Fahrzeugpapiere
Ein in Deutschland oder einem anderen EU-Land ausgestellter Führerschein wird auf den Färöern anerkannt. Ein internationaler Führerschein ist für Reisende mit einem gültigen EU-Führerschein normalerweise nicht erforderlich.
Bei einem Mietwagen werden in der Regel ein gültiger Führerschein, ein Ausweisdokument und eine Kreditkarte verlangt. Das Mindestalter sowie mögliche Zuschläge für junge Fahrer hängen vom jeweiligen Vermieter ab.
Bei der Anreise mit dem eigenen Fahrzeug sollten folgende Unterlagen mitgeführt werden:
- gültiger Führerschein,
- Zulassungsbescheinigung Teil I,
- Versicherungsnachweis,
- Internationale Versicherungskarte als zusätzliche Absicherung.
Vor der Reise sollte bei der eigenen Versicherung geprüft werden, ob der Versicherungsschutz ausdrücklich auch für die Färöer gilt.
Einreise auf die Färöer
Die Färöer gehören zwar zum Königreich Dänemark, sind aber weder Mitglied der Europäischen Union noch Teil des Schengenraums. Für deutsche Staatsangehörige ist bei touristischen Aufenthalten kein Visum erforderlich. Die Einreise ist mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis möglich.
Die alte pauschale Aussage, das Dokument müsse nach der Reise noch drei Monate gültig sein, trifft auf deutsche Staatsangehörige nicht allgemein zu. Für Reisende anderer Nationalitäten können andere Anforderungen gelten. Ein vorhandenes Schengenvisum berechtigt außerdem nicht automatisch zur Einreise auf die Färöer.
Anreise mit Fähre oder Flugzeug
Die Autofähre Norröna fährt ganzjährig vom dänischen Hafen Hirtshals nach Tórshavn. Die Überfahrt dauert ungefähr 30 Stunden, außerhalb der Sommersaison teilweise länger.
Bei der Mitnahme des eigenen Fahrzeugs sollten die Beförderungsbedingungen der Fährgesellschaft beachtet werden. Das gilt besonders für Gasflaschen, Kraftstoffkanister und Elektrofahrzeuge.
Mit dem Flugzeug erfolgt die Anreise über den Flughafen Vágar. Wer von dort nach Tórshavn oder auf andere größere Inseln fährt, nutzt bereits auf der ersten Strecke den gebührenpflichtigen Vágatunnilin.
Busse, Fähren und Hubschrauber
Zwischen vielen Orten verkehren öffentliche Busse und Fähren. Sie können eine sinnvolle Alternative zum Mietwagen sein. Für mehrere Fahrten werden teilweise spezielle Reisekarten angeboten.
Hubschrauberverbindungen dienen in erster Linie der Versorgung der Einwohner abgelegener Inseln. Touristische Buchungen können je nach Strecke und Verfügbarkeit möglich sein, sollten aber nicht als gewöhnliches Rundflugangebot betrachtet werden. Preise und Flugpläne können sich kurzfristig ändern.
Camping auf den Färöern
Wildes Campen ist auf den Färöern nicht erlaubt. Zelte, Wohnmobile und Campervans dürfen nur auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten.
Das Übernachten im Fahrzeug ist auch auf Rastplätzen, an Aussichtspunkten, in Ausweichbuchten oder am Straßenrand verboten. Einige Campingplätze nehmen ausschließlich Zelte oder ausschließlich Wohnmobile auf. Eine vorherige Reservierung ist deshalb empfehlenswert.
Wegen des wechselhaften Wetters sollten Zelte und Campingausrüstung wind- und wasserfest sein. In einzelne Dörfer dürfen große Wohnmobile wegen der schmalen Straßen nicht einfahren.
Tax-free einkaufen
Reisende ohne dauerhaften Wohnsitz auf den Färöern können bestimmte Waren steuerfrei einkaufen. Der Einkauf muss nach aktuellem Stand mindestens 300 DKK pro Geschäft betragen.
Für die Erstattung wird ein ausgefüllter Tax-free-Beleg benötigt. Dieser muss vor der Abreise am Flughafen oder Fährterminal vom Zoll abgestempelt werden. Die gekauften Waren und ein Nachweis über den ausländischen Wohnsitz müssen auf Verlangen vorgezeigt werden.
Zollfreimengen für Alkohol, Tabak und andere Waren können sich ändern. Vor der Einreise sollten daher die aktuellen Angaben der färöischen Steuer- und Zollbehörde TAKS geprüft werden.
Checkliste für Autofahrer
- Tankfüllung und Reichweite vor längeren Fahrten kontrollieren
- Kredit- oder Debitkarte mit PIN mitnehmen
- Abrechnung der Unterwassertunnel beim Vermieter klären
- Licht auch tagsüber einschalten
- Bei Wind, Nebel und Regen langsamer fahren
- In einspurigen Tunneln auf Ausweichbuchten achten
- Parkscheibe in Städten und am Flughafen verwenden
- Schafe und andere Tiere jederzeit einkalkulieren
- Nur auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten
- Bei einem Notfall die Rufnummer 112 wählen
Fazit: Autofahren und Tanken auf den Färöern
Die Färöer lassen sich gut mit dem Auto erkunden. Tankstellen sind auf den meisten größeren Inseln vorhanden und Kartenzahlung ist weit verbreitet. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die schmalen Straßen, einspurigen Tunnel, starken Wetterwechsel und die automatisch erfassten Tunnelgebühren.
Klären Sie bei einem Mietwagen unbedingt, wie die Maut abgerechnet wird. Wer mit dem eigenen Fahrzeug reist, sollte seine Durchfahrten rechtzeitig online bezahlen. Mit ausreichend Kraftstoff, angepasster Geschwindigkeit und etwas Rücksicht steht einer sicheren Rundreise über die Färöer-Inseln nichts im Weg.
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