Tanken und Urlaub in den USA
Was muss man beim Tanken in den USA beachten? Kraftstoffsorten, Oktanzahlen, Gallonen und der Bezahlvorgang unterscheiden sich deutlich von Deutschland. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie das Tanken mit einem Mietwagen funktioniert und welche Verkehrsregeln bei einem Roadtrip wichtig sind.

Der Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona gehört zu den bekanntesten Naturwundern der USA.
Für viele Reisende ist ein Urlaub in den Vereinigten Staaten ein lang gehegter Traum. Neben Metropolen wie New York, Los Angeles, Chicago und San Francisco locken der Grand Canyon, die Rocky Mountains, zahlreiche Nationalparks und berühmte Straßen wie die Route 66.
Aufgrund der großen Entfernungen bietet sich für viele Reisen ein Mietwagen an. Gerade bei einem Roadtrip durch den Westen können zwischen zwei Orten mehrere Hundert Meilen liegen. In abgelegenen Regionen sollte deshalb rechtzeitig getankt werden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Tankstellen heißen in den USA „Gas Station“.
- Benzin wird als „Gas“ oder „Gasoline“ bezeichnet.
- Die Kraftstoffmenge wird in US-Gallonen angegeben.
- Eine US-Gallone entspricht rund 3,785 Litern.
- Der Preis an der Tankstelle gilt pro Gallone und nicht pro Liter.
- Getankt wird normalerweise erst nach Autorisierung einer Karte oder Vorauszahlung.
- Ausländische Kreditkarten funktionieren wegen der ZIP-Code-Abfrage nicht an jeder Zapfsäule.
- Regular, Mid-Grade und Premium unterscheiden sich durch ihre Oktanzahl.
- Die benötigte Kraftstoffsorte steht am Tankdeckel oder in der Bedienungsanleitung.
- Verkehrsregeln und Tempolimits unterscheiden sich zwischen den Bundesstaaten.
Tankstellen und Benzinpreise in den USA

Beim Tanken in den USA unterscheiden sich Kraftstoffsorten, Bezahlvorgang und Mengeneinheiten von Deutschland.
US-amerikanische Tankstellen sind ähnlich aufgebaut wie Tankstellen in Deutschland. Viele verfügen über einen Verkaufsraum, der als „Convenience Store“ bezeichnet wird. Dort gibt es Getränke, Snacks, Toiletten und häufig einfache Lebensmittel.
An großen Fernstraßen finden sich zudem umfangreiche „Travel Centers“ oder „Truck Stops“. Diese können Restaurants, Duschen, Werkstattangebote und große Parkflächen umfassen.
Die Benzinpreise werden auf großen Anzeigetafeln in US-Dollar pro Gallone angegeben. Eine US-Gallone entspricht exakt rund 3,785 Litern. Um einen ungefähren Literpreis zu erhalten, teilt man den Gallonenpreis durch 3,785.
| US-Einheit | Umrechnung |
|---|---|
| 1 US-Gallone | rund 3,785 Liter |
| 1 Meile | rund 1,609 Kilometer |
| 1 mph | rund 1,609 km/h |
| 1 psi | rund 0,069 bar |
Die Kraftstoffpreise unterscheiden sich stark nach Bundesstaat, Region und Tankstelle. In Kalifornien und auf Hawaii ist Benzin häufig besonders teuer. In ölproduzierenden Bundesstaaten und Regionen mit niedrigeren Kraftstoffsteuern kann es deutlich günstiger sein.
Auch innerhalb einer Stadt sind größere Preisunterschiede möglich. Autobahnnähe, abgelegene Lage und fehlender Wettbewerb können den Preis erhöhen.
Welche Benzinsorten gibt es in den USA?
An den meisten Tankstellen werden drei Benzinsorten angeboten:
- Regular Unleaded: meistens 87 AKI
- Mid-Grade oder Plus: häufig 89 AKI
- Premium oder Supreme: meistens 91 bis 93 AKI

Historische Tankstellen gehören zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Route 66.
„Unleaded“ bedeutet bleifrei. Verbleites Benzin wird für gewöhnliche Straßenfahrzeuge nicht mehr angeboten. Diesel trägt wie in Deutschland die Bezeichnung „Diesel“, ist bei Pkw aber weniger verbreitet.
Welchen Kraftstoff ein Mietwagen benötigt, steht normalerweise:
- auf der Innenseite des Tankdeckels,
- neben dem Einfüllstutzen,
- in der Bedienungsanleitung oder
- in den Unterlagen der Mietwagenfirma.
Die meisten normalen US-Mietwagen fahren mit Regular Unleaded. Hochwertige, leistungsstarke oder aufgeladene Fahrzeuge können Premium benötigen. Entscheidend ist ausschließlich die Herstellervorgabe.
Was bedeuten 87, 89, 91 und 93 Oktan?
Die US-Oktanzahl lässt sich nicht direkt mit der europäischen ROZ-Angabe vergleichen. In den USA wird üblicherweise der Anti-Knock Index, kurz AKI, verwendet. Er wird aus Research Octane Number und Motor Octane Number berechnet:
AKI = (RON + MON) ÷ 2
Deshalb wirken die Zahlen an amerikanischen Zapfsäulen niedriger, obwohl der Kraftstoff nicht automatisch eine schlechtere Qualität besitzt.
Eine grobe Orientierung:
| USA | Ungefähre europäische Entsprechung |
|---|---|
| 87 AKI | etwa 91 bis 92 ROZ |
| 89 AKI | etwa 94 bis 95 ROZ |
| 91 AKI | etwa 95 bis 97 ROZ |
| 93 AKI | etwa 98 ROZ |
Die Umrechnung ist nur eine Orientierung, weil sie von der konkreten Zusammensetzung des Kraftstoffs abhängt.
In hoch gelegenen Regionen können niedrigere AKI-Werte wie 85 angeboten werden. Das bedeutet nicht, dass jeder Mietwagen diesen Kraftstoff verwenden darf. Auch dort gilt die Vorgabe am Fahrzeug.
Bringt Premium mehr Leistung?

Die vorgeschriebene Kraftstoffsorte hängt vom Fahrzeug und nicht von der geplanten Strecke ab.
Ein Mietwagen, für den Regular freigegeben ist, erhält durch Premium normalerweise keinen spürbaren Leistungsvorteil. Eine höhere Oktanzahl enthält nicht automatisch mehr Energie. Sie bezeichnet vor allem die höhere Klopffestigkeit des Kraftstoffs.
Premium sollte getankt werden, wenn es der Hersteller verlangt. Wird Premium nur empfohlen, kann der Motor häufig auch mit Regular betrieben werden, möglicherweise jedoch mit geringerer Leistung oder Effizienz. Die Hinweise des Herstellers und Vermieters sind entscheidend.
Auch vor einer Fahrt ins Gebirge ist es nicht nötig, vorsorglich höheroktanigen Kraftstoff zu tanken, sofern der Fahrzeughersteller dies nicht vorsieht.
Ethanol und E85 beachten
An vielen Tankstellen enthält Regular Benzin bis zu zehn Prozent Ethanol. An der Zapfsäule kann beispielsweise „Contains up to 10% ethanol“ stehen. Moderne Mietwagen sind für diesen Kraftstoff normalerweise ausgelegt.
E85 enthält einen wesentlich höheren Ethanolanteil und darf nur in dafür freigegebenen Flex-Fuel-Fahrzeugen verwendet werden. E85 ist nicht mit normalem E10-Benzin gleichzusetzen.
Ist am Fahrzeug kein eindeutiger Hinweis auf Flex Fuel oder E85 vorhanden, sollte E85 nicht getankt werden.
Diesel in den USA
Diesel ist an vielen größeren Tankstellen und Truck Stops erhältlich. Allerdings werden in den USA deutlich weniger Diesel-Pkw angeboten als in Europa. Entsprechend selten sind Diesel-Mietwagen.
Die Zapfpistole für Diesel ist häufig grün. Darauf darf man sich jedoch nicht verlassen, denn in den USA gibt es keine überall identische Farbzuordnung. Auch einzelne Benzinmarken verwenden Grün für andere Kraftstoffe.
Vor dem Tanken muss daher immer die Beschriftung geprüft werden. Eine Fehlbetankung kann erhebliche Motorschäden verursachen und wird von der Mietwagenversicherung möglicherweise nicht übernommen.
So funktioniert das Tanken in den USA
Der wichtigste Unterschied zu Deutschland ist die Reihenfolge der Bezahlung. An US-Tankstellen wird die Zapfsäule in der Regel vor dem Tanken freigeschaltet.
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
- Bezahlung beziehungsweise Autorisierung direkt an der Zapfsäule.
- Vorauszahlung an der Kasse.
Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Zapfsäule. Moderne Anlagen führen mit englischen Anweisungen durch den Vorgang.
Mit Karte direkt an der Zapfsäule bezahlen

An vielen US-Tankstellen wird direkt an der Zapfsäule mit Karte bezahlt.
Das Bezahlen direkt an der Säule wird als „Pay at the Pump“ bezeichnet. Der Ablauf sieht meistens so aus:
- Motor ausschalten und Zapfsäulennummer kontrollieren.
- Karte einstecken, durchziehen oder kontaktlos vorhalten.
- Bei einer Debitkarte gegebenenfalls „Credit“ auswählen.
- Falls verlangt, ZIP-Code oder PIN eingeben.
- Karte nach Aufforderung entnehmen.
- Zapfpistole aus der Halterung nehmen.
- Gewünschte Kraftstoffsorte auswählen.
- Zapfpistole in den Tankstutzen führen und tanken.
- Zapfpistole wieder einhängen.
- Quittung auswählen oder im Verkaufsraum abholen.
An älteren Zapfsäulen muss nach dem Herausnehmen der Zapfpistole ein kleiner Hebel an der Halterung nach oben geklappt werden. Bei modernen Säulen ist dieser Schritt normalerweise nicht erforderlich.
Das Problem mit dem ZIP-Code
Viele Zapfsäulen prüfen die Rechnungsadresse der verwendeten Karte und verlangen einen fünfstelligen US-ZIP-Code. Mit einer deutschen Kreditkarte kann diese Prüfung scheitern, weil die deutsche Postleitzahl nicht zur erwarteten US-Adresse passt.
Es gibt keinen universellen Fantasie-ZIP-Code, der zuverlässig mit ausländischen Karten funktioniert. Mehrfaches Ausprobieren beliebiger Nummern kann zu einer vorübergehenden Kartensperre führen.
Funktioniert die Karte an der Zapfsäule nicht, sollte man:
- die Zahlung abbrechen,
- zum Kassenpersonal gehen,
- die Nummer der Zapfsäule nennen und
- mit Karte oder Bargeld einen Betrag vorauszahlen.
Kontaktloses Bezahlen mit Karte, Smartphone oder Wallet kann an modernen Zapfsäulen ohne ZIP-Code-Abfrage funktionieren. Verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht.
Vorab an der Kasse bezahlen

Funktioniert die Karte nicht an der Zapfsäule, kann normalerweise an der Kasse vorausbezahlt werden.
Bei einer Vorauszahlung nennt man dem Kassenpersonal die Zapfsäulennummer und den gewünschten Betrag. Beispielsweise:
„Forty dollars on pump number six, please.“
Damit werden 40 Dollar für Zapfsäule Nummer sechs freigeschaltet. Eine bestimmte Sorte muss meist erst an der Säule ausgewählt werden.
Passt weniger Kraftstoff in den Tank als vorausbezahlt wurde, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Bei Kartenzahlung wird normalerweise nur der tatsächlich getankte Betrag abgerechnet.
- Bei Barzahlung muss das Restgeld anschließend an der Kasse abgeholt werden.
Wer volltanken möchte, kann an der Kasse sagen:
„I’d like to fill up on pump number six.“
Die Kreditkarte sollte nach Möglichkeit nicht unbeaufsichtigt an der Kasse zurückgelassen werden. Sicherer ist eine direkte Kartenautorisierung oder die Vorauszahlung eines festen Betrags.
Vorübergehende Reservierung auf der Kreditkarte

An der Tankstelle wird per Karte an der Zapfsäule oder vorab an der Kasse bezahlt.
Bei der Kartenzahlung kann zunächst ein höherer Betrag autorisiert beziehungsweise reserviert werden. Diese Sicherheitsreservierung ist nicht mit dem endgültigen Tankbetrag gleichzusetzen.
Nach dem Tanken wird nur die tatsächlich bezogene Kraftstoffmenge berechnet. Bis die Reservierung vollständig aufgehoben wird, können jedoch einige Tage vergehen. Bei Debitkarten kann dadurch vorübergehend weniger verfügbares Guthaben angezeigt werden.
Für einen Roadtrip sind daher empfehlenswert:
- mindestens zwei funktionierende Karten,
- eine ausreichend hohe Verfügungsgrenze,
- eine kleine Bargeldreserve,
- eine Karte ohne hohe Fremdwährungsgebühren.
Cash Price und Credit Price
Manche Tankstellen zeigen zwei unterschiedliche Preise an. Der „Cash Price“ gilt bei Barzahlung und kann niedriger sein als der „Credit Price“ für Kartenzahlungen.
Vor dem Tanken sollte geprüft werden, welcher Preis auf der großen Anzeigetafel steht. Teilweise wird dort gut sichtbar nur der günstigere Barpreis beworben. An der Zapfsäule kann bei Kartenzahlung ein höherer Betrag pro Gallone erscheinen.
Zusätzliche Rabatte können an Kundenprogramme, eine Mitgliedschaft oder eine spezielle Bezahl-App gebunden sein.
Quittung erhalten
Nach dem Tanken fragt der Automat häufig:
„Receipt?“ oder „Would you like a receipt?“
Mit „Yes“ wird eine Quittung angefordert. Ist das Papierfach leer, erscheint häufig „See cashier for receipt“. Dann kann die Quittung im Verkaufsraum abgeholt werden.
Für Mietwagenreisende ist es sinnvoll, Tankbelege aufzubewahren. Damit lässt sich nachweisen, dass der Wagen vor der Rückgabe betankt wurde. Außerdem können Kartenabrechnungen leichter kontrolliert werden.
Full Service in New Jersey und Oregon
In New Jersey dürfen Autofahrer Benzin weiterhin nicht selbst tanken. Ein Mitarbeiter übernimmt den Tankvorgang. Der Fahrer bleibt im Fahrzeug, nennt Kraftstoffsorte und gewünschten Betrag und übergibt die Karte oder das Bargeld.
In Oregon war Selbstbedienung lange weitgehend verboten. Seit einer Gesetzesänderung ist sie an vielen Tankstellen erlaubt. Je nach Standort können Selbstbedienung und Bedienung durch Personal parallel angeboten werden.
In den übrigen Bundesstaaten ist Selbstbedienung der Normalfall. Einzelne Tankstellen können freiwillig einen Full Service anbieten.
Rechtzeitig tanken und Reichweite beachten

Auf abgelegenen Straßen in Wüstenregionen können große Entfernungen zwischen Tankstellen liegen.
In Städten und dicht besiedelten Regionen ist das Tankstellennetz gut ausgebaut. Anders sieht es in Wüsten, Gebirgsregionen und rund um abgelegene Nationalparks aus. Dort können große Entfernungen zwischen zwei Tankmöglichkeiten liegen.
Auch wenn eine Tankstelle auf der Karte angezeigt wird, kann sie geschlossen sein oder nur eingeschränkte Öffnungszeiten haben. In abgelegenen Gebieten sollte man daher:
- spätestens bei halbvollem Tank nach einer Tankmöglichkeit suchen,
- Öffnungszeiten vorab kontrollieren,
- nicht auf eine einzige Station vertrauen,
- Wasser und ein geladenes Mobiltelefon mitführen,
- den höheren Verbrauch durch Hitze, Steigungen und Klimaanlage berücksichtigen.
In und um das Death Valley gibt es nur wenige Tankmöglichkeiten, und die Preise können erheblich höher sein als in größeren Orten. Vor der Einfahrt in eine abgelegene Region sollte der Tank deshalb vollständig gefüllt werden.
Verbrauch in Miles per Gallon
In den USA wird der Verbrauch nicht in Litern pro 100 Kilometer, sondern in Miles per Gallon, kurz mpg, angegeben. Ein hoher mpg-Wert steht für einen niedrigen Verbrauch.
Beispiel: Ein Fahrzeug mit 30 mpg fährt mit einer Gallone ungefähr 30 Meilen. Das entspricht grob 7,8 Litern pro 100 Kilometer.
Folgende Faktoren können die Reichweite verringern:
- hohe Geschwindigkeit,
- starke Steigungen,
- Gegenwind,
- häufiges Beschleunigen und Bremsen,
- starke Nutzung der Klimaanlage,
- niedriger Reifendruck,
- ein schwer beladenes Fahrzeug.
Praktische Tipps für das Tanken

Entlang der Route 66 erinnern historische Tankstellen an die klassische Zeit amerikanischer Roadtrips.
Vor dem ersten Tankstopp sollte man sich mit dem Mietwagen vertraut machen:
- Welche Kraftstoffsorte ist vorgeschrieben?
- Auf welcher Fahrzeugseite befindet sich der Tankdeckel?
- Wie wird der Tankdeckel geöffnet?
- Wie groß ist der Tank?
- Wie weit reicht eine Tankfüllung ungefähr?
- Welche Rückgaberegelung steht im Mietvertrag?
Ein kleiner Pfeil neben dem Tanksäulensymbol in der Tankanzeige zeigt bei vielen Fahrzeugen an, auf welcher Seite sich der Tankdeckel befindet.
Der vorgeschriebene Reifendruck steht häufig an der Fahrertür oder an der B-Säule. Er wird in psi angegeben. Nicht der auf der Reifenflanke aufgedruckte Maximalwert, sondern die Fahrzeugvorgabe ist maßgeblich.
Mietwagen vollgetankt zurückgeben
Bei Mietwagen sind unterschiedliche Tankregelungen möglich. Am günstigsten und transparentesten ist häufig „Full to Full“: Das Fahrzeug wird voll übernommen und voll zurückgegeben.
Vor der Rückgabe sollte möglichst in der Nähe der Mietwagenstation getankt werden. Der Beleg sollte aufbewahrt werden, da manche Vermieter einen Nachweis verlangen.
Wird das Fahrzeug nicht vertragsgemäß betankt zurückgegeben, kann der Vermieter zusätzlich zum Kraftstoffpreis eine hohe Servicegebühr berechnen.
Ein vorab gekaufter Tank ist nur dann sinnvoll, wenn das Fahrzeug tatsächlich nahezu leer zurückgegeben werden kann. Nicht verbrauchter Kraftstoff wird bei solchen Angeboten häufig nicht erstattet.
Tempolimits in den USA

Tempolimits in den USA werden in „Miles per Hour“ angegeben.
Ein einheitliches Tempolimit für die gesamten USA gibt es nicht. Jeder Bundesstaat legt eigene Regeln fest, und Städte können zusätzliche Begrenzungen bestimmen. Maßgeblich ist immer das ausgeschilderte „Speed Limit“.
Typische Geschwindigkeitsbereiche sind:
| Straßenart | Häufiges Tempolimit | Ungefähr in km/h |
|---|---|---|
| Wohngebiete | 20 bis 30 mph | 32 bis 48 km/h |
| Schulzonen | häufig 15 bis 25 mph | 24 bis 40 km/h |
| Landstraßen | 55 bis 65 mph | 89 bis 105 km/h |
| Interstates und Freeways | häufig 65 bis 75 mph | 105 bis 121 km/h |
| Einzelne ländliche Autobahnen | teilweise bis 80 mph oder mehr | 129 km/h oder mehr |
In Baustellen und Schulzonen können höhere Bußgelder gelten. Blinkende Leuchten zeigen häufig an, wann das reduzierte Schultempo einzuhalten ist.
Eine allgemeine Bußgeldtabelle ist für die USA nicht sinnvoll. Die Höhe richtet sich nach Bundesstaat, Bezirk, Überschreitung und möglichen Zusatzkosten.
Wichtige Verkehrsschilder

„Yield“ bedeutet, dass anderen Verkehrsteilnehmern Vorfahrt gewährt werden muss.
Viele US-Verkehrsschilder enthalten Text. Zu den wichtigsten Begriffen gehören:
| Aufschrift | Bedeutung |
|---|---|
| Yield | Vorfahrt gewähren |
| Stop | Vollständig anhalten |
| Speed Limit | Zulässige Höchstgeschwindigkeit |
| Wrong Way | Falsche Fahrtrichtung |
| Do Not Enter | Einfahrt verboten |
| One Way | Einbahnstraße |
| No Turn on Red | Abbiegen bei Rot verboten |
| Road Closed | Straße gesperrt |
| Detour | Umleitung |
| Pedestrian Crossing | Fußgängerüberweg |
Bei einem Stoppschild muss das Fahrzeug vollständig zum Stillstand kommen. An einer Kreuzung mit mehreren Stoppschildern darf üblicherweise das Fahrzeug zuerst fahren, das zuerst vollständig angehalten hat. Bei Unsicherheit sollte man Blickkontakt suchen und defensiv fahren.
Rechtsabbiegen bei Rot
In vielen Teilen der USA darf man an einer roten Ampel rechts abbiegen. Vorher muss das Fahrzeug vollständig an der Haltelinie zum Stillstand kommen. Fußgänger, Radfahrer und der freigegebene Querverkehr haben Vorrang.
Ein Schild mit der Aufschrift „No Turn on Red“ verbietet das Abbiegen bei Rot. Auch örtliche Sonderregeln sind möglich. In New York City ist das Rechtsabbiegen bei Rot beispielsweise grundsätzlich nicht erlaubt, sofern ein Schild es nicht ausdrücklich gestattet.
Ein roter Pfeil kann ebenfalls ein Abbiegeverbot anzeigen. Bei Unsicherheit wartet man auf Grün.
Schulbusse unbedingt beachten
Hält ein gelber Schulbus mit eingeschaltetem rotem Blinklicht und ausgeklapptem Stoppschild, müssen andere Fahrzeuge anhalten. In vielen Situationen gilt dies auch für den Gegenverkehr.
Eine Ausnahme kann bestehen, wenn beide Fahrtrichtungen durch einen baulich getrennten Mittelstreifen voneinander getrennt sind. Die genaue Regel unterscheidet sich nach Bundesstaat.
Der Schulbus darf erst passiert werden, wenn das rote Blinklicht ausgeschaltet und das Stoppschild eingeklappt wurde. Verstöße werden streng geahndet.
Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer kann in den USA weitreichende rechtliche Folgen haben.
In den meisten Bundesstaaten liegt die gesetzliche Grenze für erwachsene Autofahrer bei einem Blutalkoholwert von 0,08 Prozent. Das entspricht ungefähr 0,8 Promille. In Utah gilt für Erwachsene eine niedrigere Grenze von 0,05 Prozent beziehungsweise 0,5 Promille.
Diese Grenzwerte sind keine Erlaubnis, nach Alkoholkonsum zu fahren. Bereits bei einem niedrigeren Wert kann eine Fahruntüchtigkeit festgestellt werden. Es drohen Festnahme, hohe Kosten, Führerscheinmaßnahmen und strafrechtliche Folgen.
Für Fahrer unter 21 Jahren gelten in allen Bundesstaaten strenge Nulltoleranzregelungen mit sehr niedrigen zulässigen Werten. Für gewerbliche Fahrer gelten ebenfalls niedrigere Grenzen.
Geöffnete alkoholische Getränke gehören grundsätzlich nicht in den Fahrgastraum. Je nach Bundesstaat gelten unterschiedliche „Open Container Laws“. Sicher ist die verschlossene Aufbewahrung im Kofferraum.
Führerschein und Mietwagen
Ein deutscher Führerschein wird bei vorübergehenden Aufenthalten in vielen Bundesstaaten anerkannt. Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch. Einzelne Bundesstaaten oder Mietwagenunternehmen können zusätzlich einen internationalen Führerschein verlangen.
Der internationale Führerschein ist nur zusammen mit dem deutschen Originalführerschein gültig. Er ist eine Übersetzung und kein eigenständiger Führerschein. Er muss vor der Reise in Deutschland beantragt werden.
Vor der Buchung sollten Reisende prüfen:
- welche Anforderungen im besuchten Bundesstaat gelten,
- welche Dokumente die Mietwagenfirma verlangt,
- welches Mindestalter gilt,
- ob eine Jungfahrergebühr anfällt,
- welcher Versicherungsschutz enthalten ist,
- ob Fahrten in andere Bundesstaaten oder nach Kanada erlaubt sind.
Fahrten nach Mexiko sind meist nur mit ausdrücklicher Genehmigung und zusätzlicher Versicherung erlaubt.
Verkehrskontrolle in den USA

Bei einer Verkehrskontrolle sollte man im Fahrzeug bleiben und den Anweisungen der Polizei folgen.
Zeigt ein Polizeifahrzeug hinter dem eigenen Wagen Blaulicht oder andere Anhaltesignale, sollte man die Geschwindigkeit reduzieren und an einer sicheren Stelle rechts anhalten.
Anschließend gilt:
- Motor ausschalten.
- Im Fahrzeug sitzen bleiben.
- Fenster öffnen.
- Hände gut sichtbar am Lenkrad halten.
- Nachts die Innenbeleuchtung einschalten.
- Nicht ungefragt nach Dokumenten greifen.
- Den Anweisungen des Beamten folgen.
Führerschein, Mietvertrag und Fahrzeugpapiere sollten erst herausgenommen werden, wenn man dazu aufgefordert wird. Bewegungen sollten ruhig erfolgen und gegebenenfalls vorher angekündigt werden.
Ein Bußgeld wird normalerweise nicht bar an den Beamten bezahlt. Das Ticket enthält Informationen zum weiteren Verfahren. Nicht bezahlte Forderungen können zu zusätzlichen Kosten, Problemen mit dem Mietwagenunternehmen oder Schwierigkeiten bei späteren Aufenthalten führen.
Weitere wichtige Verkehrsregeln
Die Regeln unterscheiden sich zwischen den Bundesstaaten. Folgende Grundsätze sind für Reisende besonders wichtig:
- Sicherheitsgurte sollten von allen Insassen verwendet werden.
- Kindersitzvorschriften richten sich nach Bundesstaat, Alter, Größe und Gewicht.
- Ein von der Mietwagenfirma bereitgestellter Sitz muss zum Kind passen.
- Handyregeln unterscheiden sich; die Bedienung während der Fahrt sollte vollständig vermieden werden.
- An Fußgängerüberwegen muss mit querenden Personen gerechnet werden.
- Auf mehrspurigen Straßen kann Verkehr rechts und links vorbeifahren.
- Fahrspuren dürfen nicht über eine durchgezogene Markierung gewechselt werden, wenn dies örtlich verboten ist.
- Auf Autobahnen dürfen Mittelstreifen und Notwege nicht zum Wenden genutzt werden.
- Bei Regen, Dunkelheit und schlechter Sicht sollte das Abblendlicht eingeschaltet werden.
- Rauchverbote im Fahrzeug bei mitfahrenden Minderjährigen gelten nur in bestimmten Bundesstaaten.
Panne oder Unfall in den USA
Nach einer Panne sollte das Fahrzeug möglichst vollständig aus dem fließenden Verkehr entfernt werden. Auf stark befahrenen Freeways ist es häufig sicherer, im angeschnallten Fahrzeug zu bleiben, wenn ein Aussteigen nicht gefahrlos möglich ist.
Die allgemeine Notrufnummer lautet 911. Sie verbindet mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.
Nach einem Unfall sind folgende Schritte sinnvoll:
- Unfallstelle sichern und bei Verletzten 911 anrufen.
- Keine Diskussion über die Schuldfrage führen.
- Fahrzeuge, Schäden, Kennzeichen und Umgebung fotografieren.
- Daten der Beteiligten und Zeugen notieren.
- Mietwagenfirma und Versicherung informieren.
- Polizeiliches Aktenzeichen beziehungsweise „Police Report Number“ notieren.
- Keine Dokumente unterschreiben, die man nicht versteht.
Bei einem Mietwagen gelten zusätzlich die Meldepflichten des Vermieters. Selbst kleine Schäden sollten dokumentiert und gemeldet werden.
Häufige Fragen zum Tanken in den USA
Wie heißt Benzin in den USA?
Benzin wird als „Gas“ oder „Gasoline“ bezeichnet. „Petrol“ ist in den USA unüblich. Eine Tankstelle heißt „Gas Station“.
Wie viel Liter sind eine Gallone?
Eine US-Gallone entspricht rund 3,785 Litern. Der angezeigte Kraftstoffpreis gilt jeweils für eine Gallone.
Welchen Kraftstoff braucht ein Mietwagen?
Die meisten normalen Mietwagen tanken Regular Unleaded mit 87 AKI. Maßgeblich ist jedoch immer der Hinweis am Tankdeckel, in der Bedienungsanleitung oder vom Vermieter.
Ist 87 Oktan schlechter als europäisches Benzin?
Nein. In den USA wird eine andere Berechnung verwendet. 87 AKI entspricht ungefähr 91 bis 92 ROZ. Die Zahlen lassen sich daher nicht direkt vergleichen.
Funktioniert eine deutsche Kreditkarte an der Zapfsäule?
Teilweise ja. Verlangt die Zapfsäule jedoch einen passenden US-ZIP-Code, kann die Zahlung abgelehnt werden. Dann lässt sich normalerweise an der Kasse mit Karte oder Bargeld vorausbezahlen.
Kann man in den USA nach dem Tanken bezahlen?
Normalerweise muss die Zahlung vor dem Tanken autorisiert werden. Das erfolgt entweder direkt an der Zapfsäule oder durch Vorauszahlung an der Kasse.
Muss man in New Jersey selbst tanken?
Nein. In New Jersey übernimmt ein Tankwart den Tankvorgang. Selbstbedienung ist dort bei Benzin nicht erlaubt.
Kann man mit Regular statt Premium fahren?
Nur wenn der Fahrzeughersteller Regular erlaubt. Verlangt der Hersteller Premium, sollte diese Sorte verwendet werden. Im Zweifel fragt man die Mietwagenfirma.
Wie findet man Tankstellen an einer Interstate?
Blaue Serviceschilder vor den Ausfahrten zeigen verfügbare Tankstellen, Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten an. Die Tankstellen liegen häufig nicht direkt an der Interstate, sondern an der nächsten Ausfahrt.
Fazit: Tanken in den USA ist mit etwas Vorbereitung einfach
Das Tanken in den USA wirkt beim ersten Mal ungewohnt, ist aber schnell verstanden. Wichtig sind die US-Gallone, die AKI-Oktanzahlen und die Bezahlung vor dem Tankvorgang. Funktioniert eine deutsche Kreditkarte wegen der ZIP-Code-Abfrage nicht an der Zapfsäule, kann fast immer an der Kasse vorausbezahlt werden.
Für einen Roadtrip sollte die vorgeschriebene Kraftstoffsorte bekannt sein und die Tankanzeige in abgelegenen Regionen nicht zu weit sinken. Wer zusätzlich die Rückgaberegel des Mietwagens, bundesstaatliche Verkehrsregeln und die wichtigsten englischen Begriffe kennt, kann die USA sicher und entspannt mit dem Auto erkunden.
Alles super erklärt!!
Lösung für das leidige Thema ZIP-Code beim Tanken in den USA
Hallo,
bei meiner dritten USA-Rundreise (2016) musste ich leider feststellen, dass inzwischen an der Mehrzahl der Tankstellen beim Bezahlen mit einer deutschen VISA- oder Master-Card der ZIP-Code abgefragt wird, der aber auf Kreditkarten deutscher Banken nicht gespeichert wird, wie mir die Landesbank Berlin auf Nachfrage bestä-tigte. Leider musste ich erleben, dass an einem Sonntag in Washington D.C. bei 5 angefahrenen Tankstellen kein Personal vor Ort war; meine ergebnislosen Versuche mit den üblichen Tipps aus dem Internet (ZIP-Code 00000, Heimatort oder aktueller Tankort) führten dazu, dass meine Kreditkarte gesperrt wurde – worüber man natürlich von seiner Bank nicht informiert wird!
Bei meiner vierten USA-Rundreise (2023) habe ich eine auf Grund eines Hinweises eine American Express Kreditkarte (AMEX Blue Card) mitgenommen und damit folgende Erfahrungen gemacht:
Shell: AMEX funktioniert ohne PIN- und ohne ZIP-Abfrage
Exxon, 7 Eleven: AMEX funktioniert mit PIN- und ohne ZIP-Abfrage
Sinclair: AMEX funktioniert mit PIN- und und ZIP-Abfrage (Wohnort), aber man darf die an der Zapfsäule er-scheinende Receipt-Anfrage nicht beantworten (sonst wird der Tankvorgang abgebrochen, bevor er begonnen hat), sondern nimmt einfach den nozzle und tankt; da die Receipt-Abfrage danch verschwunden ist, erhält man keine Quittung
Philpps 66, Conoco: AMEX funktioniert mit PIN- und und ZIP-Abfrage (Wohnort)
THEORIE: Bei American Express erfolgt die Herausgabe der Kreditkarte durch das Unternehmen selbst ohne eine dazwischengeschaltete (deutsche) Bank. Ich vermute, dass aus diesem Grund im Gegensatz zu den von deutschen Banken herausgegebenen Kreditkarten keine Authorisierungsprobleme auftreten.
TIPP: Besorgt Euch die kostenlose AMEX Blue Card! Damit kann man übrigens hier auch bei LIDL und ALDI bezahlen.