
Portugal ist mit seinen historischen Städten, langen Atlantikstränden und abwechslungsreichen Landschaften eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Zu den bekanntesten Urlaubszielen gehören die Hauptstadt Lissabon, die Hafenstadt Porto, die Algarve, das Douro-Tal und die Region Alentejo.
Auch die Inseln Madeira und die Azoren gehören zu Portugal. Wer dort mit dem Auto unterwegs sein möchte, benötigt in der Regel einen Mietwagen, da die Inselgruppen nicht über Straßen oder Brücken mit dem portugiesischen Festland verbunden sind.
Portugal lässt sich gut mit dem Auto erkunden. Allerdings unterscheiden sich einige Kraftstoffbezeichnungen, Verkehrsregeln und Mautsysteme von den Regelungen in Deutschland. Besonders wichtig: In Portugal gibt es keine Autobahnvignette. Stattdessen werden die Gebühren streckenabhängig an Mautstationen oder elektronisch erhoben.
Tanken in Portugal

Das Tankstellennetz ist in Portugal insgesamt gut ausgebaut. Entlang der Autobahnen, in größeren Städten und in den Urlaubsregionen findet man problemlos Tankstellen. Im dünner besiedelten Landesinneren können die Abstände jedoch größer sein. Dort sollte man den Tank nicht vollständig leer fahren.
An den Tankstellen sind folgende Bezeichnungen üblich:
- Gasolina simples 95 oder Gasolina sem chumbo 95: bleifreies Superbenzin mit 95 Oktan
- Gasolina simples 98 oder Gasolina aditivada 98: Super Plus mit 98 Oktan
- Gasóleo simples: herkömmlicher Dieselkraftstoff
- Gasóleo aditivado: Dieselkraftstoff mit zusätzlichen Additiven
- GPL Auto: Autogas beziehungsweise LPG
- GNC oder GNV: komprimiertes Erdgas
Zusätzlich sollte man auf die europaweit einheitlichen Kraftstoffsymbole an der Zapfsäule achten. Benzin wird beispielsweise mit E5 oder E10 und Diesel häufig mit B7 gekennzeichnet. Entscheidend sind immer die Angaben in der Bedienungsanleitung beziehungsweise im Tankdeckel des Fahrzeugs.
Viele Tankstellen an Autobahnen und in größeren Städten sind rund um die Uhr geöffnet. Die Aufschrift „Aberto 24 horas“ bedeutet, dass die Tankstelle 24 Stunden geöffnet ist. Kleinere Tankstellen können eingeschränkte Öffnungszeiten haben.
Bezahlt werden kann meistens mit Bargeld sowie mit Kredit- oder Debitkarte. Für Kartenzahlungen wird häufig die PIN benötigt. Bei automatischen Zapfsäulen kann vorübergehend ein höherer Betrag auf der Karte reserviert werden. Die endgültige Belastung wird später an die tatsächlich getankte Menge angepasst.
Wie auch beim Tanken in Spanien bedeutet das Wort „Gasóleo“ Diesel und nicht Benzin. Eine Verwechslung kann schwere Schäden am Motor verursachen.
Tempolimits in Portugal
Für einen normalen Pkw gelten in Portugal grundsätzlich folgende Höchstgeschwindigkeiten:
- Innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h
- Außerhalb geschlossener Ortschaften: 90 km/h
- Auf Straßen für Kraftfahrzeuge und Motorräder: 100 km/h
- Auf Autobahnen: 120 km/h
Die örtliche Beschilderung hat immer Vorrang. Für Gespanne, schwere Wohnmobile und andere Fahrzeugklassen können niedrigere Höchstgeschwindigkeiten gelten. Auf einigen Strecken werden neben stationären Blitzern auch Abschnittskontrollen eingesetzt.
Die früher verbreitete Angabe, dass Fahranfänger auf portugiesischen Autobahnen grundsätzlich nur 90 km/h fahren dürften und einen besonderen Aufkleber benötigen, ist für deutsche Urlauber nicht mehr als allgemeine Regel anzuwenden.
Wichtige Verkehrsregeln in Portugal
In Portugal gilt Rechtsverkehr. Fahrer und sämtliche Mitfahrer müssen angeschnallt sein. Außerdem sollten insbesondere folgende Regeln beachtet werden:
- Während der Fahrt darf ein Mobiltelefon nicht mit der Hand benutzt werden.
- Telefonate sind nur mit einer geeigneten Freisprecheinrichtung erlaubt.
- Fahrzeuge, die sich bereits im Kreisverkehr befinden, haben grundsätzlich Vorfahrt.
- Wer den Kreisverkehr an der ersten Ausfahrt verlassen möchte, benutzt die rechte Spur.
- Für eine spätere Ausfahrt wird zunächst eine weiter innen liegende Spur benutzt. Vor der gewünschten Ausfahrt ordnet man sich rechtzeitig rechts ein und blinkt.
- Abblendlicht ist unter anderem in Tunneln und bei schlechten Sichtverhältnissen vorgeschrieben.
- Hupen ist grundsätzlich nur zur Abwehr einer unmittelbaren Gefahr erlaubt.
- Fußgänger, Radfahrer und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer müssen besonders berücksichtigt werden.
Mitgeführt werden müssen ein Warndreieck und eine Warnweste. Die Warnweste sollte im Fahrzeuginnenraum aufbewahrt werden, damit sie vor dem Aussteigen angezogen werden kann.
Mit ins Fahrzeug gehören außerdem Führerschein, Zulassungsbescheinigung, Personalausweis oder Reisepass und ein Versicherungsnachweis. Die internationale Versicherungskarte ist innerhalb der EU normalerweise nicht zwingend erforderlich, kann bei einem Unfall aber die Abwicklung erleichtern.
Kinder im Auto
Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 1,35 Meter sind, benötigen ein für ihre Größe und ihr Gewicht geeignetes Rückhaltesystem. Sie werden grundsätzlich auf der Rückbank transportiert.
Ein rückwärtsgerichteter Kindersitz darf auf dem Beifahrersitz nur verwendet werden, wenn der Frontairbag deaktiviert ist. Maßgeblich sind zusätzlich die Herstellerangaben des Kindersitzes und des Fahrzeugs.
Alkohol am Steuer
Für die meisten Autofahrer gilt in Portugal eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille. Eine strengere Grenze von 0,2 Promille gilt unter anderem für:
- Fahranfänger, die ihren Führerschein noch keine drei Jahre besitzen
- Berufskraftfahrer
- Taxi- und Busfahrer
- Fahrer von Rettungs- und Einsatzfahrzeugen
- Fahrer von Gefahrguttransporten
Alkoholverstöße können hohe Geldbußen, Fahrverbote und bei schweren Fällen weitere strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wer fahren muss, sollte deshalb vollständig auf Alkohol verzichten.
Maut in Portugal
In Portugal gibt es keine zeitlich gültige Autobahnvignette. Auch Via Verde ist keine Vignette, sondern ein elektronisches Bezahlsystem mit Transponder.
Auf mautpflichtigen Straßen kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz:
Autobahnen mit klassischen Mautstationen
Auf diesen Strecken zieht man bei der Auffahrt ein Ticket und bezahlt bei der Ausfahrt entsprechend der zurückgelegten Strecke. Je nach Mautstation ist eine Bezahlung mit Bargeld oder Karte möglich.
Grün gekennzeichnete Via-Verde-Spuren dürfen nur mit einem kompatiblen und aktivierten Transponder benutzt werden. Wer keinen Transponder besitzt, sollte eine reguläre Zahlspur wählen.
Autobahnen mit elektronischer Maut
Auf rein elektronischen Mautstrecken erfassen Kameras und Sensoren das Kennzeichen sowie die Fahrzeugklasse. Für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen stehen je nach Strecke und Aufenthaltsdauer unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise:
- EasyToll: Verknüpfung des Autokennzeichens mit einer Bankkarte
- TollCard: im Voraus erworbenes Mautguthaben
- Via Verde Visitors: Miettransponder für Besucher
- ein kompatibler elektronischer Transponder, beispielsweise ein dafür freigeschaltetes spanisches Via-T-Gerät
Bei einem Mietwagen sollte man bereits bei der Fahrzeugübernahme klären, ob ein Transponder eingebaut und aktiviert ist, welche Servicegebühren anfallen und wie die Mautbeträge abgerechnet werden. Zahlungsbelege sollten bis zum Ende der Reise aufbewahrt werden.
Seit dem 1. Januar 2025 werden auf mehreren ehemals mautpflichtigen SCUT-Strecken keine Gebühren mehr erhoben. Dazu zählen unter anderem Teile beziehungsweise Abschnitte der A4, A13, A13-1, A22, A23, A24, A25 und A28. Zahlreiche andere Autobahnen bleiben jedoch mautpflichtig. Vor der Fahrt sollte deshalb die aktuelle Streckenkarte auf dem offiziellen portugiesischen Mautportal geprüft werden.
Was tun bei einem Unfall?

Nach einem Unfall sollte zunächst die Unfallstelle abgesichert werden. Vor dem Aussteigen ist die Warnweste anzulegen. Das Warndreieck wird in ausreichender Entfernung aufgestellt, sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist.
Bei Verletzten, größeren Schäden, Streit über den Unfallhergang oder Fahrerflucht sollte die Polizei verständigt werden. Die europaweit gültige Notrufnummer lautet auch in Portugal 112.
Bei einem reinen Sachschaden können die Beteiligten den Europäischen Unfallbericht ausfüllen. Dabei sollten die Personal-, Fahrzeug- und Versicherungsdaten vollständig aufgenommen sowie Fotos vom Unfallort und von den Schäden angefertigt werden. Bei einem Mietwagen ist zusätzlich unverzüglich der Vermieter zu informieren.
Parken in Portugal
In den Städten gibt es zahlreiche gebührenpflichtige Parkzonen. Bezahlt wird je nach Ort am Automaten, per App oder in einem Parkhaus. Die Farben von Fahrbahn- und Bordsteinmarkierungen sowie die örtlichen Verkehrsschilder müssen beachtet werden.
Eine pauschale Regel, nach der das Parken nach 18 Uhr oder sonntags überall kostenlos ist, gibt es nicht. Die Gebührenzeiten unterscheiden sich von Stadt zu Stadt und teilweise sogar zwischen einzelnen Parkzonen.
Falsch geparkte Fahrzeuge können abgeschleppt oder mit einer Parkkralle versehen werden. Besonders in Lissabon und Porto ist ein bewachtes Parkhaus häufig die unkomplizierteste Lösung.
In Teilen von Lissabon gelten außerdem Zufahrts- und Umweltbeschränkungen. Reisende sollten vor der Einfahrt in das Stadtzentrum prüfen, ob ihr Fahrzeug die aktuellen Anforderungen erfüllt.
Wichtige portugiesische Begriffe im Straßenverkehr

| Portugiesischer Begriff | Deutsche Bedeutung |
|---|---|
| Gasolina | Benzin |
| Gasóleo | Diesel |
| Sem chumbo | Bleifrei |
| Aberto 24 horas | 24 Stunden geöffnet |
| Atenção / Cuidado | Achtung / Vorsicht |
| Curva perigosa | Gefährliche Kurve |
| Cedência de passagem | Vorfahrt gewähren |
| Estacionamento proibido | Parken verboten |
| Sentido proibido | Einfahrt verboten |
| Desvio | Umleitung |
| Portagem | Maut |
| Portagem eletrónica | Elektronische Maut |
| Via Verde | Elektronische Mautspur für registrierte Fahrzeuge |
Bußgelder in Portugal
Verkehrsverstöße können in Portugal teuer werden. Das gilt insbesondere für erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen, Alkohol am Steuer, Rotlichtverstöße und die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt.
Die konkrete Höhe hängt von der Art und Schwere des Verstoßes ab. Zusätzlich können Fahrverbote oder weitere Sanktionen verhängt werden. Von ausländischen Fahrern kann eine sofortige Zahlung oder Sicherheitsleistung verlangt werden. Nicht bezahlte Bußgelder können unter bestimmten Voraussetzungen auch nach der Rückkehr nach Deutschland vollstreckt werden.
Da sich Bußgeldrahmen ändern können und die genaue Einstufung vom Einzelfall abhängt, sollte auf pauschale oder veraltete Tabellen mit festen Beträgen verzichtet werden.
Mit dem Auto durch Portugal
Portugal bietet gute Voraussetzungen für eine Rundreise. Neben Lissabon und Porto lohnen sich unter anderem Ausflüge nach Sintra, an die Algarve, in das Douro-Tal und in die weiten Landschaften des Alentejo.
Wer die Kraftstoffbezeichnungen kennt, sich vorab über das Mautsystem informiert und die portugiesischen Verkehrsregeln beachtet, kann das Land entspannt mit dem eigenen Fahrzeug oder einem Mietwagen erkunden.
Ein Tipp: nie mit der GNR oder Policia streiten, danach ist i.d.R. das doppelte Strafgeld fällig ;-)
Ein noch besserer Tipp: Sich einfach an die geltenden Gesetze halten! Das Urlaubsgeld ist in der Taverne besser aufgehoben als bei der Polizei.