Wer eine Tankkarte kaufen möchte, sollte zuerst klären, welche Art von Karte gemeint ist. Eine Flottenkarte für Unternehmen wird meist beantragt und ist mit einem Abrechnungsvertrag verbunden. Ein Tankgutschein wird dagegen mit einem bestimmten Guthaben gekauft. Für Privatpersonen kommen andere Angebote infrage als für einen gewerblichen Fuhrpark.
Entscheidend sind nicht allein ein beworbener Rabatt oder die Zahl der angeschlossenen Tankstellen. Eine Tankkarte lohnt sich dann, wenn Akzeptanz, Abrechnung und Gesamtkosten zum eigenen Tankverhalten passen. Ein Literpreisvorteil kann durch Gebühren oder eine ungünstige Tankstellenwahl wieder verloren gehen.
Welche Tankkarte möchten Sie kaufen?
Unter dem Begriff Tankkarte werden unterschiedliche Produkte angeboten. Vor einem Vergleich sollten Sie diese auseinanderhalten:
| Kartenart | Typischer Zweck | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Flotten- und Abrechnungskarte | Kraftstoff und vereinbarte Fahrzeugleistungen gesammelt abrechnen. | Zugelassene Kundengruppe, Gebühren, Preisberechnung und Abrechnungsbedingungen. |
| Prepaid- oder Guthabenkarte | Mit einem vorher bereitgestellten Guthaben bezahlen. | Auflademöglichkeit, Akzeptanz, Limits und Umgang mit Restguthaben. |
| Tankgutschein | Einen bestimmten Betrag verschenken oder für spätere Tankungen bereitstellen. | Einlösbare Produkte, teilnehmende Stationen, Fristen und mögliche Kaufgebühren. |
| Bonus- oder Kundenkarte | Punkte, Coupons oder andere Vorteile erhalten. | Sie ist nicht automatisch ein Zahlungsmittel oder eine Karte mit Sammelabrechnung. |
Auch eine digitale Karte oder ein QR-Code kann zu einem dieser Modelle gehören. Die Darstellung auf dem Smartphone sagt noch nichts darüber aus, ob Sie Guthaben erwerben oder einen laufenden Vertrag abschließen.
Tankkarte für Privatpersonen oder Unternehmen?
Privat eine Tankkarte kaufen
Wer das eigene Auto privat nutzt, sollte gezielt nach Angeboten suchen, die ausdrücklich für Privatkunden zugelassen sind. Viele klassische Flottenkarten richten sich an Gewerbetreibende. So bietet DKV Mobility seine gewerblichen Tankkarten nach den eigenen Angaben nicht für Privatpersonen an.
Geht es um ein Geschenk oder einen festen Tankbetrag, ist ein Tankgutschein häufig das passendere Produkt. Beispielsweise gibt es bei Aral unterschiedliche SuperCard-Varianten für Tanken, Waschen oder weitere freigegebene Einkäufe. Welche Leistungen tatsächlich bezahlt werden können, hängt von der gewählten Variante ab.
Für die private Nutzung ist besonders wichtig, ob ein Angebot wirklich einen finanziellen Vorteil bringt. Eine Guthabenkarte ohne Rabatt verschiebt zunächst nur den Zeitpunkt der Zahlung. Sie macht den Kraftstoff nicht allein deshalb günstiger, weil mit einer Karte bezahlt wird.
Tankkarte für Firmen und Selbstständige
Für Unternehmen kann neben dem Kraftstoffpreis die Verwaltung eine wichtige Rolle spielen. Tankvorgänge lassen sich je nach Angebot Fahrzeugen oder Fahrern zuordnen und gesammelt abrechnen. Das kann die Aufbereitung für die Buchhaltung erleichtern.
Eine Karte kann bereits bei einem einzelnen Firmenfahrzeug praktisch sein. Ob sie sich wirtschaftlich lohnt, hängt trotzdem vom konkreten Vertrag und dem tatsächlichen Verwaltungsaufwand ab. Ein großer Fuhrpark hat andere Anforderungen an Limits, Auswertungen und grenzüberschreitende Nutzung als ein Selbstständiger mit einem Pkw.
Wo kann man eine Tankkarte kaufen oder beantragen?
Flottenkarten werden üblicherweise direkt beim Kartenanbieter, bei einer Mineralölgesellschaft oder über einen autorisierten Vertriebspartner beantragt. Anbieter wie DKV Mobility, UTA Edenred und Shell stellen dafür eigene Antrags- beziehungsweise Kontaktmöglichkeiten bereit.
Bei Rechnungskarten werden unter anderem die erforderlichen Unternehmens- und Zahlungsdaten geprüft. Je nach Anbieter und Vertragsmodell können eine Bonitätsprüfung, Sicherheiten oder andere Voraussetzungen hinzukommen. Die Karte wird anschließend dem vereinbarten Kundenkonto zugeordnet.
Tankgutscheine und bestimmte Guthabenkarten können dagegen über offizielle Onlineshops oder Verkaufsstellen erworben werden. Prüfen Sie dabei auch Versand-, Bearbeitungs- und Aktivierungsbedingungen.
Eine fremde oder gebrauchte Firmenkarte ersetzt keinen eigenen Kartenvertrag. Entscheidend sind die Berechtigung zur Nutzung und die Zuordnung zum Kundenkonto, nicht der bloße Besitz einer Plastikkarte.
Welche Kosten gehören in den Vergleich?
Die tatsächlichen Kosten ergeben sich aus mehreren Bestandteilen. Nicht jeder Anbieter erhebt jede Gebühr; maßgeblich sind das konkrete Angebot, die Preisliste und die Vertragsbedingungen.
- Laufende Kartengebühr: etwa ein monatlicher Betrag je Karte oder gebuchtem Paket.
- Einmalige Kosten: beispielsweise für Ausgabe, Versand oder Ersatz einer Karte.
- Transaktions- und Servicegebühren: mögliche Zuschläge für einzelne Tankungen oder andere Leistungen.
- Mindestumsatz und Nichtnutzung: mögliche Bedingungen, die bei geringer Nutzung zusätzliche Kosten verursachen.
- Zusatzleistungen: etwa Laden von Elektrofahrzeugen, Mautdienste oder besondere Auswertungen.
- Abrechnung: mögliche Unterschiede zwischen digitalen Rechnungen und kostenpflichtigen Papierunterlagen.
Geschäftskundenangebote können Nettopreise ausweisen, während der Preis an der Tankstelle für Verbraucher einschließlich Umsatzsteuer angezeigt wird. Vergleichen Sie deshalb immer Beträge auf derselben Preisgrundlage.
Warum ein Rabatt nicht automatisch günstigeres Tanken bedeutet
Vor Vertragsabschluss sollte klar sein, welcher Kraftstoffpreis abgerechnet wird. Möglich sind je nach Anbieter, Station und Vertrag beispielsweise der Pumpenpreis oder ein gesondert festgelegter Tages- beziehungsweise Vertragspreis.
Ein Rabatt ist nur im Zusammenhang mit diesem Ausgangspreis aussagekräftig. „Zwei Cent günstiger“ bedeutet nicht automatisch zwei Cent weniger als bei der günstigsten Tankstelle in der Nähe.
Außerdem kann eine preiswerte freie Tankstelle außerhalb des Kartennetzes liegen. Wer wegen der Karte regelmäßig eine teurere Station anfährt oder Umwege macht, sollte diese Mehrkosten berücksichtigen.
Über den Spritpreisvergleich auf Tanken.de können Sie das Preisniveau entlang Ihrer üblichen Wege vergleichen. Ob Ihre Karte dort akzeptiert wird und welcher Kartenpreis gilt, prüfen Sie zusätzlich beim Kartenanbieter.
Rechenbeispiel: Wann deckt der Rabatt die Gebühr?
Das folgende Beispiel ist fiktiv und verwendet einheitlich Bruttobeträge. Angenommen, eine Karte kostet 3,50 Euro im Monat und senkt den tatsächlich vergleichbaren Kraftstoffpreis um 2 Cent je Liter. Bei 250 Litern monatlich ergibt sich:
250 Liter × 0,02 Euro = 5,00 Euro Preisvorteil.
Nach Abzug der Kartengebühr bleiben 1,50 Euro im Monat. Weitere Gebühren oder Umwege sind noch nicht berücksichtigt. Bereits kleine zusätzliche Kosten können diesen Vorteil aufbrauchen.
Um allein die Kartengebühr auszugleichen, wären in diesem Beispiel 175 Liter pro Monat nötig:
3,50 Euro ÷ 0,02 Euro je Liter = 175 Liter.
Der mögliche Nutzen einer einfacheren Buchhaltung kommt bei Unternehmen gesondert hinzu. Er sollte jedoch nicht mit einer garantierten Kraftstoffersparnis verwechselt werden.
Akzeptanz und Leistungen vor der Bestellung prüfen
Ein großes Akzeptanznetz hilft nur, wenn es zu Ihren tatsächlichen Fahrten passt. Prüfen Sie vor allem die Stationen am Wohn- oder Betriebsort, auf dem Arbeitsweg und entlang regelmäßig gefahrener Strecken. Bei Auslandsfahrten sind außerdem Länderfreigaben und mögliche abweichende Konditionen wichtig.
Kontrollieren Sie auch, welche Produkte freigeschaltet sind. Diesel, Benzin, AdBlue, Autowäsche und andere Leistungen können unterschiedlich behandelt werden. Eine Tankkarte ist nicht automatisch für sämtliche Einkäufe im Tankstellenshop zugelassen.
Für Elektroautos oder gemischte Fuhrparks ist zusätzlich zu prüfen, ob Ladeleistungen enthalten sind oder gesondert gebucht werden müssen. Dabei sind die verfügbaren Ladepunkte sowie Preisbestandteile wie Kilowattstundenpreis, Zeitentgelt und mögliche Blockiergebühren gesondert zu betrachten.
Sicherheit und Buchhaltung: mehr als nur bargeldlos bezahlen
Bei Firmenkarten sind nachvollziehbare Berechtigungen hilfreich. Je nach Anbieter lassen sich etwa Tages- oder Monatslimits, zulässige Kraftstoffarten und Nutzungsregionen festlegen. Prüfen Sie, ob die Karte einem bestimmten Fahrzeug oder Fahrer zugeordnet werden kann und wie Auffälligkeiten gemeldet werden.
Bewahren Sie Karte und PIN getrennt auf. Bei Verlust oder einem Missbrauchsverdacht sollte die Karte unverzüglich über den vorgesehenen Sperrweg blockiert werden. Welche Pflichten und Haftungsregeln gelten, ergibt sich aus dem jeweiligen Vertrag.
Für die Buchhaltung kommt es auf die Qualität der Abrechnung an: Lassen sich Datum, Station, Menge, Preis und Fahrzeug eindeutig zuordnen? Sind die benötigten Rechnungs- und Exportfunktionen enthalten? Eine Tankkarte allein begründet keinen automatischen steuerlichen Vorteil. Für einen möglichen Vorsteuerabzug müssen weiterhin die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein.
So gehen Sie vor dem Kauf vor
- Nutzung bestimmen: Benötigen Sie einen privaten Tankgutschein, eine Guthabenlösung oder eine gewerbliche Abrechnungskarte?
- Eigene Strecken prüfen: Sind passende und preislich attraktive Stationen im Akzeptanznetz vorhanden?
- Gesamtkosten berechnen: Stellen Sie Gebühren, tatsächlichem Preisvorteil und gegebenenfalls Verwaltungsnutzen eine realistische Tankmenge gegenüber.
- Vertrag lesen: Prüfen Sie insbesondere Laufzeit, Kündigung, Mindestumsatz, Preisberechnung, Zahlungsbedingungen und Kartenlimits.
- Erste Abrechnung kontrollieren: Vergleichen Sie nach der Nutzung die berechneten Preise und Gebühren mit dem vereinbarten Modell.
Eine passende Tankkarte erleichtert das Bezahlen und gegebenenfalls die Verwaltung. Ob sie außerdem Geld spart, zeigt sich erst am Gesamtpreis für die tatsächlich genutzten Stationen und Leistungen.
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