Tanken in Peru: Kraftstoffe, Preise und Verkehrsregeln

Die rot-weiße Landesflagge Perus.
Wer mit dem Mietwagen oder dem eigenen Fahrzeug durch Peru reist, findet in Städten und entlang der großen Fernstraßen ein brauchbares Tankstellennetz. In dünn besiedelten Gebieten der Anden und des Amazonasbeckens können die Abstände zwischen den Stationen jedoch groß sein. Dort sollte man frühzeitig tanken und nicht bis zur Reserve warten.
Bezahlt wird mit dem Peruanischen Sol, abgekürzt PEN oder S/. Kraftstoffpreise werden in Peru häufig pro US-Gallone angegeben. Eine US-Gallone entspricht rund 3,785 Litern. Vor dem Preisvergleich sollte man daher prüfen, ob die Anzeige eine Gallone oder einen Liter meint.
Welche Kraftstoffe gibt es in Peru?
Die landesweit vereinheitlichten Bezeichnungen lauten überwiegend:
- Gasohol Regular: Benzin-Ethanol-Gemisch der regulären Qualitätsstufe
- Gasohol Premium: Benzin-Ethanol-Gemisch mit höherer Oktanzahl
- Gasolina Regular und Premium: Benzin ohne die übliche Ethanolbeimischung, das insbesondere in ausgenommenen Gebieten des Amazonasraums vorkommen kann
- Diésel B5 S-50: schwefelarmer Dieselkraftstoff mit einem Anteil von etwa fünf Prozent Biodiesel
- GLP: Autogas beziehungsweise Flüssiggas
- GNV: komprimiertes Erdgas für entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge
Wichtig: Das B in B5 steht für Biodiesel, nicht für Bioethanol. Ein B5-Diesel enthält ungefähr fünf Prozent Biodiesel und 95 Prozent fossilen Diesel.
Bei einem Mietwagen sollte man die vorgeschriebene Kraftstoffart am Tankdeckel und im Mietvertrag kontrollieren. Im Zweifel vor dem Tanken beim Vermieter nachfragen. Kraftstoffzusätze sollten nur verwendet werden, wenn der Fahrzeughersteller oder Vermieter sie ausdrücklich freigibt.
Regular oder Premium tanken?
Welche Sorte richtig ist, richtet sich nach der vom Hersteller verlangten Mindestoktanzahl. Benötigt das Fahrzeug Premium, sollte nicht allein wegen des niedrigeren Preises Regular eingefüllt werden. Umgekehrt bringt Premium bei einem für Regular ausgelegten Motor normalerweise keinen wesentlichen Vorteil.
An älteren Preistafeln können noch frühere Oktanbezeichnungen wie 84, 90, 95, 97 oder 98 auftauchen. Seit 2023 werden die Kraftstoffe jedoch schrittweise unter den vereinheitlichten Namen Regular und Premium angeboten. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur auf die Farbe der Zapfsäule zu achten, sondern die Bezeichnung und Oktanzahl zu prüfen.
So funktioniert das Tanken in Peru
Viele peruanische Tankstellen werden bedient. Der Mitarbeiter fragt nach Kraftstoffsorte und Menge oder Geldbetrag. Nützliche Formulierungen sind:
- “Lleno, por favor” – Volltanken, bitte.
- “Gasohol regular, por favor” – Bitte Gasohol Regular.
- “Diésel B5, por favor” – Bitte Diesel B5.
- “Cincuenta soles, por favor” – Bitte für 50 Sol.
Vor dem Start des Tankvorgangs sollte die Anzeige auf null stehen. Anschließend empfiehlt es sich, Betrag und abgegebene Menge auf der Zapfsäule zu kontrollieren und einen Beleg zu verlangen: “Boleta, por favor.”
Barzahlung oder Kreditkarte?
In Lima, anderen größeren Städten und bei modernen Markentankstellen werden Kredit- und Debitkarten häufig akzeptiert. In kleineren Orten, bei technischen Störungen oder an abgelegenen Stationen kann jedoch nur Bargeld möglich sein.
Für längere Fahrten sollte man deshalb genügend kleine Sol-Scheine mitführen. Das ist auch für Mautstellen, Parkplätze und kleinere Reparaturen hilfreich. Vor dem Tanken kann man mit “¿Aceptan tarjeta?” fragen, ob Kartenzahlung möglich ist. Bei Kartenzahlung sollte die Karte möglichst im Blick bleiben und der Betrag vor der Bestätigung geprüft werden.
Tankstellen und Kraftstoffpreise finden
Die peruanische Energieaufsicht Osinergmin bietet mit Facilito eine offizielle Preis- und Tankstellensuche an. Die Anwendung zeigt formell registrierte Tankstellen, deren gemeldete Preise und die Entfernung zum Standort. Günstige, durchschnittliche und hohe Preise werden farblich unterschieden.
Da Kraftstoffpreise regional stark schwanken können, lohnt sich der Vergleich besonders vor langen Etappen. In abgelegenen Regionen ist eine sichere Versorgung allerdings wichtiger als der niedrigste Preis.
Reichweite und Tanken in abgelegenen Regionen
Auf der Panamericana und rund um größere Städte ist die Versorgung meist unkompliziert. Schwieriger kann sie auf Nebenstrecken in den Anden, im Amazonasgebiet und nahe entlegener Grenzregionen werden.
Für solche Strecken gilt:
- Spätestens bei halbvollem Tank nach der nächsten verlässlichen Station suchen.
- Öffnungszeiten und Verfügbarkeit nicht ungeprüft voraussetzen.
- Nur an offiziellen Tankstellen oder aus nachvollziehbarer Quelle tanken.
- Zusätzlichen Kraftstoff nur in zugelassenen Kanistern transportieren und die Vorgaben des Vermieters beachten.
- Bei Fahrten in große Höhen den Tank nicht unnötig leer fahren und Pausen für die Akklimatisierung einplanen.
Verkehr und Straßenverhältnisse in Peru

Machu Picchu in den peruanischen Anden.
In Peru herrscht Rechtsverkehr. Besonders in Lima und anderen Ballungsräumen ist das Verkehrsaufkommen oft hoch und die Fahrweise kann für Reisende unübersichtlich wirken. Mit häufigem Spurwechsel, Motorrädern, Mototaxis, Bussen und Fußgängern ist jederzeit zu rechnen.
Die Straßenqualität unterscheidet sich erheblich. Die Panamericana und wichtige Verbindungen zwischen größeren Städten sind vielfach asphaltiert. Nebenstraßen können dagegen unbefestigt, schmal oder durch Schlaglöcher beschädigt sein. In den Anden kommen starke Steigungen, enge Kurven, große Höhen und fehlende Leitplanken hinzu.
Nachtfahrten außerhalb geschlossener Ortschaften sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Unbeleuchtete Fahrzeuge, Tiere, Fußgänger, Straßenschäden und Baustellen sind im Dunkeln schwer zu erkennen.
Aktuelle Tempolimits in Peru
Für Pkw und Motorräder gelten grundsätzlich folgende Höchstgeschwindigkeiten, sofern Verkehrszeichen keine niedrigere Grenze vorgeben:
| Straßenbereich | Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|
| Straßen und kleinere innerörtliche Verkehrswege | 30 km/h |
| Innerörtliche Hauptstraßen und Avenidas | 50 km/h |
| Geschäftsbereiche, Schul- und Krankenhauszonen | 30 km/h |
| Wohnbereiche an Ortsdurchfahrten | 50 km/h |
| Landstraßen für Pkw, Pick-ups und Motorräder | bis zu 100 km/h |
Örtliche Beschilderungen haben Vorrang. Aufgrund von Kurven, Höhe, Wetter oder Straßenzustand kann eine deutlich niedrigere Geschwindigkeit erforderlich sein.
Lichtpflicht
Auf Straßen des nationalen und regionalen Fernstraßennetzes müssen Fahrzeuge auch tagsüber mit Abblendlicht fahren. Bei Nebel und anderen schlechten Sichtbedingungen gelten zusätzliche Vorgaben. In Städten ist das Licht einzuschalten, wenn Sicht- oder Verkehrsverhältnisse es erfordern.
Führerschein und Mietwagen
Ausländische Besucher können nach Angaben des peruanischen Verkehrsministeriums grundsätzlich während der ersten sechs Monate nach der Einreise mit einem gültigen ausländischen Führerschein fahren, sofern die Voraussetzungen eines einschlägigen internationalen Abkommens erfüllt sind. Der Reisepass beziehungsweise ein Nachweis des Einreisedatums sollte mitgeführt werden.
Ein internationaler Führerschein ist als Übersetzung und bei Kontrollen sehr empfehlenswert und wird von einzelnen Mietwagenunternehmen verlangt. Er ist nur zusammen mit dem nationalen Führerschein gültig. Vor der Reise sollten Fahrer die für ihre Staatsangehörigkeit geltenden Bestimmungen und die Bedingungen des Vermieters prüfen.
Das Mindestalter für einen Mietwagen ist nicht landesweit einheitlich. Je nach Anbieter, Fahrzeugklasse und Versicherung liegt es häufig zwischen 21 und 25 Jahren; für jüngere Fahrer kann ein Zuschlag gelten.
Pflichtversicherung SOAT
Jedes in Peru gefahrene Fahrzeug benötigt eine gültige peruanische Verkehrsunfallversicherung, das Seguro Obligatorio de Accidentes de Tránsito (SOAT). Bei einem Mietwagen sollte die Deckung in den Fahrzeugunterlagen nachweisbar sein.
Auch vorübergehend eingeführte Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen während ihres gesamten Aufenthalts über ein gültiges SOAT verfügen. Eine ausländische Haftpflichtversicherung ersetzt diese Pflicht nicht automatisch.
Mit dem eigenen Fahrzeug nach Peru
Wer mit einem im Ausland zugelassenen Fahrzeug einreist, benötigt eine Genehmigung der peruanischen Zollbehörde SUNAT. Je nach Verfahren erfolgt die vorübergehende Einfuhr über ein Carnet beziehungsweise eine Libreta de Pasos oder ein Certificado de Ingreso Temporal (CIT).
Benötigt werden unter anderem:
- Reisepass und Nachweis des touristischen Aufenthalts
- Fahrzeugschein oder Eigentumsnachweis
- bei fremdem oder gemietetem Fahrzeug ein gültiger, gegebenenfalls apostillierter Berechtigungsnachweis
- Zollunterlagen für die vorübergehende Einfuhr
- gültige SOAT-Versicherung
Die genehmigte Aufenthaltsdauer des Fahrzeugs darf nicht überschritten werden. Die Ein- und Ausfuhrdokumente sollten während der gesamten Reise sicher aufbewahrt werden.
Mautstraßen in Peru
Auf mehreren Fernstraßen gibt es Mautstationen, die als Peaje bezeichnet werden. Die Gebühren hängen von Strecke und Fahrzeugklasse ab. Da elektronische oder kartengestützte Bezahlmöglichkeiten nicht an jeder Station identisch sind, sollte man passende Sol-Beträge in bar bereithalten.
Der Infrastrukturregulierer Ositrán stellt eine offizielle Suche bereit, mit der sich Lage, Betreiber und aktuelle Gebühren vieler Mautstellen vorab prüfen lassen.
Straßensperrungen und Reisezeit
Starke Regenfälle können vor allem in den Anden und am Rand des Amazonasgebiets Erdrutsche, Überschwemmungen und sogenannte huaicos auslösen. Auch Unfälle, beschädigte Infrastruktur oder soziale Proteste können Straßen kurzfristig blockieren.
Vor längeren Etappen sollte der aktuelle Straßenzustand im interaktiven Warnsystem der SUTRAN kontrolliert werden. Die Karte zeigt unter anderem Sperrungen durch Regen, Erdrutsche, Schnee, Unfälle und Schäden an der Infrastruktur.
Wichtige Routen
Die bedeutendste Straßenverbindung ist die Panamericana. Sie verläuft entlang der Pazifikküste von der Grenze zu Ecuador über Lima bis zur chilenischen Grenze. Die Strecke ist größtenteils ausgebaut, kann in Ballungsräumen jedoch stark belastet sein.
Verbindungen von Lima in das zentrale Hochland führen über sehr große Höhen. Entfernungen, die auf der Karte kurz wirken, können wegen Serpentinen, Baustellen, langsamem Schwerverkehr und Wetter deutlich mehr Zeit beanspruchen. Navigationsangaben sollten daher nicht als verlässliche Ankunftsgarantie betrachtet werden.
Häufige Fragen zum Tanken in Peru
Wird Kraftstoff in Peru pro Liter verkauft?
Preise werden häufig pro US-Gallone ausgewiesen. Eine US-Gallone entspricht etwa 3,785 Litern. Bei Preisangaben sollte deshalb immer die verwendete Einheit geprüft werden.
Kann man an peruanischen Tankstellen mit Kreditkarte bezahlen?
In Städten und an größeren Markentankstellen häufig ja. Für abgelegene Stationen, Maut und technische Ausfälle sollte man trotzdem Bargeld in Sol mitführen.
Welcher Diesel wird in Peru angeboten?
Für Straßenfahrzeuge ist vor allem schwefelarmer Diesel B5 S-50 üblich. Er enthält ungefähr fünf Prozent Biodiesel.
Wie findet man günstige Tankstellen?
Die offizielle Anwendung Facilito von Osinergmin zeigt registrierte Tankstellen und deren gemeldete Preise auf einer Karte.
Braucht man in Peru einen internationalen Führerschein?
Die peruanischen Regeln können einen gültigen ausländischen Führerschein während der ersten sechs Monate anerkennen, sofern die Voraussetzungen eines internationalen Abkommens erfüllt sind. Ein internationaler Führerschein ist dennoch empfehlenswert und kann vom Vermieter verlangt werden. Er gilt nur zusammen mit dem nationalen Führerschein.
Stand: Juli 2026. Kraftstoffpreise, Straßenverhältnisse und Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern.
Quellen und weiterführende Informationen
- Osinergmin: Tankstellen- und Preissuche Facilito
- Peruanisches Verkehrsministerium: innerörtliche Tempolimits
- SUTRAN: Tempolimits auf Landstraßen
- Peruanisches Verkehrsministerium: ausländische Führerscheine
- SUNAT: vorübergehende Einfuhr ausländischer Fahrzeuge und SOAT
- SUTRAN: interaktive Karte zum Straßenzustand
- Ositrán: Mautstellen und Gebühren