
Island ist ein faszinierendes Reiseziel im Nordatlantik. Vulkane, Gletscher, Wasserfälle, heiße Quellen und schwarze Strände machen die Insel zu einem idealen Ziel für eine Rundreise mit dem Auto oder Mietwagen.
Die Hauptstadt Reykjavík liegt im Südwesten des Landes. Island ist per Flugzeug sowie mit der Autofähre Norröna erreichbar. Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, sollte ausreichend Zeit einplanen und sich vorab mit den besonderen Straßen- und Wetterverhältnissen vertraut machen.
Bei einer längeren Reise durch Europa können außerdem unsere Hinweise zum Tanken in England und zum Tanken in Frankreich hilfreich sein.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie das Tanken in Island funktioniert, welche Verkehrsregeln gelten und was Sie bei Fahrten auf Schotterstraßen und Hochlandpisten beachten müssen.
Island mit dem Auto entdecken
Die bekannteste Reiseroute ist die rund um die Insel führende Ringstraße 1. Viele Sehenswürdigkeiten im Süden, Osten und Norden lassen sich über diese Straße erreichen. Je nach Jahreszeit können allerdings Schnee, Sturm, Hochwasser oder Straßenschäden die Weiterfahrt erschweren.

Zu den beliebtesten Naturerlebnissen gehören Geysire, heiße Quellen, Gletscher, Wasserfälle und die rauen Küstenlandschaften. Auch Islandpferde und Papageientaucher lassen sich vielerorts beobachten. Tiere sollten nicht gefüttert oder bedrängt werden.
Reykjavík ist unter anderem für die markante Hallgrímskirkja, das Konzerthaus Harpa, seine Museen und die zahlreichen Schwimmbäder bekannt. Die Blaue Lagune befindet sich dagegen außerhalb der Hauptstadt auf der Halbinsel Reykjanes.
Tanken in Island: Kraftstoffbezeichnungen

An isländischen Tankstellen finden Sie in der Regel folgende Bezeichnungen:
- Blýlaust bensín: bleifreies Benzin, häufig mit 95 Oktan
- Dísel: Dieselkraftstoff
Bezahlt wird in Isländischen Kronen (ISK). Karten werden sehr häufig verwendet, während Bargeld für das Tanken normalerweise nicht notwendig ist.
Bezahlen am Tankautomaten
Viele isländische Tankstellen sind nicht ständig besetzt. Der Kraftstoff wird daher häufig direkt am Automaten bezahlt. Dafür benötigen Sie normalerweise eine Kredit- oder Debitkarte mit PIN. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass jede deutsche Bankkarte an jedem Automaten funktioniert. Eine zweite Karte ist als Reserve empfehlenswert.
Das Verfahren ähnelt dem aus den USA bekannten „Pay at the pump“:
- Karte in den Automaten stecken oder kontaktlos vorhalten.
- PIN eingeben.
- Zapfsäule und gewünschten Höchstbetrag auswählen.
- Tanken und anschließend den tatsächlichen Betrag abrechnen lassen.
Bei der Auswahl „volltanken“ kann vorübergehend ein höherer Betrag auf der Karte reserviert werden. Diese Reservierung wird später durch den tatsächlichen Rechnungsbetrag ersetzt. Je nach Bank kann es einige Tage dauern, bis der vorgemerkte Betrag wieder freigegeben wird. Wer das vermeiden möchte, wählt einen festen Höchstbetrag.
Einige Anbieter verkaufen außerdem Tank- oder Guthabenkarten. Ob diese verfügbar und für die eigene Reiseroute sinnvoll sind, sollte direkt beim Anbieter geprüft werden.
Tankstellen und Reichweite richtig planen
Im Großraum Reykjavík und entlang stark befahrener Abschnitte der Ringstraße ist das Tankstellennetz vergleichsweise gut. In den Westfjorden, im Osten und in dünn besiedelten Regionen können die Entfernungen jedoch deutlich größer sein.
Deshalb gilt:
- Frühzeitig tanken und den Tank nicht bis zur Reserve leer fahren.
- Vor längeren Etappen nach der nächsten geöffneten oder betriebsbereiten Tankstelle suchen.
- Eine Karte mit PIN und möglichst eine Ersatzkarte mitnehmen.
- Bei einem Mietwagen die vorgeschriebene Kraftstoffsorte kontrollieren.
- Die Reichweite bei Gegenwind, Kälte und Fahrten auf Schotter großzügig berechnen.
Kraftstoffpreise können sich kurzfristig ändern. Ein Vergleich der Stationen lohnt sich, sollte in abgelegenen Gebieten aber nicht wichtiger sein als eine ausreichende Reichweite.
Neue Kilometergebühr seit 2026
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Island eine kilometerabhängige Straßennutzungsgebühr. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen beträgt der allgemeine Satz nach aktuellem Stand 6,95 ISK je Kilometer.
Bei Mietwagen kann der Vermieter die Gebühr kilometergenau oder über eine Tagespauschale abrechnen. Nach den offiziellen Regelungen kann die Tagespauschale für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen 1.390 ISK je angefangenem Miettag betragen. Welche Abrechnung angewendet wird, muss im Mietvertrag stehen.
Für vorübergehend nach Island eingeführte ausländische Fahrzeuge gelten besondere Pauschalen, die sich nach der Aufenthaltsdauer richten. Bei längeren Aufenthalten kann stattdessen eine Abrechnung nach der gefahrenen Strecke erfolgen.
Da sich Gebühren ändern können, sollten Reisende vor der Fahrt die aktuellen Angaben auf island.is und die Bedingungen des Vermieters kontrollieren. Zusätzliche Kosten, etwa für bestimmte Tunnel, Parkplätze oder touristische Einrichtungen, können unabhängig davon anfallen.
Tempolimits in Island
Sofern kein Schild eine andere Geschwindigkeit vorgibt, gelten für Pkw üblicherweise folgende Höchstgeschwindigkeiten:
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts auf Schotterstraßen: 80 km/h
- Außerorts auf asphaltierten Straßen: 90 km/h
Diese Geschwindigkeiten sind Höchstwerte und nicht immer sicher erreichbar. Auf Schotter, bei starkem Wind, schlechter Sicht, Schnee oder Glätte muss wesentlich langsamer gefahren werden.
Wichtige Verkehrsregeln
In Island gelten unter anderem folgende Regeln:
- Abblendlicht beziehungsweise eine geeignete Fahrzeugbeleuchtung muss auch tagsüber eingeschaltet sein. Achten Sie darauf, dass bei Tagfahrlicht auch die Rückleuchten leuchten.
- Für alle Fahrzeuginsassen gilt Anschnallpflicht.
- Telefonieren ist während der Fahrt nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt.
- Die zulässige Alkoholgrenze liegt bei 0,2 Promille. Am sichersten ist es, vor der Fahrt vollständig auf Alkohol zu verzichten.
- Das Fahren abseits ausgewiesener Straßen und Pisten ist streng verboten.
- Zum Fotografieren darf nicht auf der Fahrbahn oder am unübersichtlichen Straßenrand angehalten werden.
Bei winterlichen Fahrten muss das Fahrzeug passend ausgerüstet sein. Kontrollieren Sie bei einem Mietwagen den Zustand der Reifen und klären Sie, ob die Bereifung für die geplante Route geeignet ist.
Straßen und Verkehrsschilder in Island

Die Ringstraße trägt die Nummer 1. Haupt- und Nebenstraßen sind ebenfalls nummeriert. Ein vorangestelltes „F“ kennzeichnet eine Hochlandstraße beziehungsweise einen „Fjallvegur“.
Wichtige Hinweise auf isländischen Schildern sind:
- Malbik endar: Die asphaltierte Fahrbahn endet. Geschwindigkeit bereits vor dem Übergang reduzieren.
- Einbreið brú: Einspurige Brücke. Langsam heranfahren, Gegenverkehr beachten und nötigenfalls warten.
- Ófært: Die Straße ist unpassierbar.
- Lokað: Die Straße ist gesperrt.
Beim Wechsel von Asphalt auf Schotter kann das Fahrzeug leicht ausbrechen. Bremsen Sie deshalb vorher ab und vermeiden Sie auf losem Untergrund hektische Lenkbewegungen.
Einspurige Brücken und Tunnel müssen besonders vorsichtig befahren werden. Prüfen Sie vor der Einfahrt, ob Gegenverkehr kommt, und nutzen Sie vorhandene Ausweichbuchten. Auf Schotterstraßen sollte die Geschwindigkeit bei Gegenverkehr reduziert werden, da aufgewirbelte Steine Lack und Windschutzscheibe beschädigen können.
Schafe und andere Tiere auf der Fahrbahn
Schafe können unvermittelt auf die Straße laufen oder nach dem Vorbeifahren wieder umkehren. Reduzieren Sie frühzeitig die Geschwindigkeit und rechnen Sie damit, dass weitere Tiere folgen. Nach einem Zusammenstoß mit einem Tier sollte die Polizei beziehungsweise die Notrufzentrale verständigt werden. Die isländische Notrufnummer lautet 112.
F-Straßen und Fahrten ins Hochland

F-Straßen dürfen nur mit einem dafür zugelassenen und geeigneten Fahrzeug befahren werden. Ein gewöhnlicher Pkw ist dafür nicht ausreichend. Auch nicht jeder SUV oder jedes Allradfahrzeug eignet sich automatisch für jede Hochlandstrecke.
Bei einem Mietwagen muss ausdrücklich geklärt werden:
- Ob das Fahrzeug auf F-Straßen gefahren werden darf.
- Welche F-Straßen laut Mietvertrag ausgeschlossen sind.
- Welche Schäden durch Steinschlag, Unterbodenberührung oder Flussdurchfahrten versichert sind.
- Ob eine zusätzliche Schotter- oder Sand- und Ascheversicherung sinnvoll ist.
Hochlandstraßen werden abhängig von Schneelage, Tauwetter und Bodenzustand häufig erst im Juni oder Juli geöffnet. Ein festes Öffnungsdatum gibt es nicht. Im Herbst können sie schon früh wieder unpassierbar werden.
Prüfen Sie deshalb unmittelbar vor jeder Fahrt den Straßenzustand auf umferdin.is und aktuelle Warnungen auf SafeTravel.is.
Flüsse niemals leichtfertig durchqueren
Einige Hochlandpisten führen durch Flüsse ohne Brücke. Wasserstand, Strömung und Untergrund können sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Mietwagenversicherungen schließen Schäden bei Flussdurchfahrten häufig aus.
Versuchen Sie keine Durchfahrt, wenn Sie die Strecke, das Fahrzeug oder die Bedingungen nicht sicher einschätzen können. Gehen Sie nicht zu Fuß in einen stark strömenden oder unbekannten Fluss. Im Zweifel gilt: umkehren, warten oder eine andere Route wählen.
Wetter und Wind nicht unterschätzen
Das Wetter kann sich in Island sehr schnell ändern. Starker Seitenwind ist besonders für Wohnmobile, Fahrzeuge mit Dachbox und andere hohe Fahrzeuge gefährlich.
Praktische Hinweise:
- Wetterwarnungen vor jeder längeren Fahrt kontrollieren.
- Bei Sturmwarnung die Fahrt verschieben.
- Fahrzeugtüren beim Öffnen mit beiden Händen festhalten.
- Wenn möglich so parken, dass der Wind nicht unter die Tür greifen kann.
- Warme Kleidung, Getränke und ein geladenes Mobiltelefon mitnehmen.
- Die Fahrt nicht allein nach dem Navigationsgerät planen.
Eine Straße kann auf der digitalen Karte als befahrbar erscheinen und trotzdem gesperrt oder für das eigene Fahrzeug ungeeignet sein.
Einreise und wichtige Dokumente
Deutsche Staatsangehörige können für touristische Aufenthalte grundsätzlich mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass einreisen. Der deutsche Führerschein wird in Island anerkannt.
Bei einer Reise mit dem eigenen Auto gehören außerdem die Zulassungsbescheinigung Teil I und ein Versicherungsnachweis ins Fahrzeug. Eine Internationale Versicherungskarte kann die Abwicklung nach einem Unfall erleichtern. Vor der Abfahrt sollten die jeweils aktuellen Einreisebestimmungen geprüft werden.
Camping und Übernachten im Fahrzeug
In Island gibt es zahlreiche organisierte Campingplätze. Wer mit einem Wohnmobil, Campervan, Wohnwagen oder Zeltanhänger unterwegs ist, darf außerhalb eines Campingplatzes grundsätzlich nicht einfach übernachten. Dafür ist normalerweise die ausdrückliche Erlaubnis des Grundstückseigentümers erforderlich.
Für klassische Zelte gelten auf unbewirtschaftetem Land unter bestimmten Voraussetzungen begrenzte Ausnahmen. In Schutzgebieten und an vielen touristischen Orten gelten jedoch strengere Vorschriften. Hinweise und Verbotsschilder vor Ort haben immer Vorrang.
Aktuelle Informationen bietet die isländische Umweltbehörde unter ust.is.

Essen und Trinken in Island
Zu den bekannten isländischen Lebensmitteln und Spezialitäten gehören:
- Skyr: ein proteinreiches, dickflüssiges Milchprodukt
- Kleinur: traditionelles, frittiertes Gebäck
- Hangikjöt: geräuchertes Lammfleisch
- Flatbrauð: dünnes isländisches Fladenbrot
- Hákarl: fermentierter Grönlandhai mit einem sehr intensiven Geruch
- Brennivín: eine bekannte isländische Spirituose
Kaffee ist weit verbreitet. Ob kostenlos nachgeschenkt wird, hängt jedoch vom jeweiligen Café oder Restaurant ab.
Checkliste vor der Autofahrt
- Tankfüllung und Reichweite kontrollieren
- Kredit- oder Debitkarte und PIN bereithalten
- Aktuellen Straßenzustand auf umferdin.is prüfen
- Wetter- und Reisewarnungen auf SafeTravel.is lesen
- Mietvertrag auf Einschränkungen für F-Straßen prüfen
- Beleuchtung einschalten und Funktion der Rückleuchten kontrollieren
- Warme Kleidung, Getränke und Mobiltelefon mitnehmen
- Genügend Zeitreserven einplanen
Fazit: Sicher tanken und fahren in Island
Eine Island-Rundreise mit dem Auto bietet außergewöhnliche Naturerlebnisse. Gleichzeitig verlangen die großen Entfernungen, wechselhaftes Wetter und teilweise anspruchsvollen Straßen eine sorgfältige Planung.
Tanken Sie lieber früher als zu spät, führen Sie eine Karte mit PIN mit und prüfen Sie täglich Wetter, Straßenzustand und mögliche Sperrungen. F-Straßen und Flussdurchfahrten sollten nur mit einem geeigneten Fahrzeug und ausreichender Erfahrung befahren werden. Wenn die Bedingungen unsicher erscheinen, ist Umkehren immer die richtige Entscheidung.
Hej.
Tolle seite mit guten Infos!
Ich würde an dieser Stelle gerne auf zwei Projekte hinweisen die für Islandreisende vielleicht hilfreich sind:
http://www.tankstellen-island.de/
Ist eine Karte mit Tankstellen in Island und ein paar Infos rund um das Thema.
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.island_ringstrasse.app
Ist eine App die u.a. auch Tankstellen listet und einen auf Wunsch zur nächstgelegenen navigieren kann.
Hoffe das hilft Reisenden weiter und vielleicht nehmt ihr das ja auch direkt in den Artikel auf.
Beste Grüße,
Marc
Danke für den Tipp, Marc! Können wir gut gebrauchen.
Danke auch für die anderen Infos auf dieser Seite.
Kann ich auf Island AdBlue tanken?
es gibt tankstellen, insbesondere von N1, die zapfsäulen mit AdBlue haben. generell gibt es AdBlue auch in 10l-kanistern.
noch eine ergänzung:
wildes Campen ist in Island schon seit ein paar jahren nicht mehr erlaubt. zu viele haben mit ihrem müll und insbesondere mit ihren exkrementen die landschaft verschmutzt. man ist nun verpflichtet, einen Campingplatz anzufahren. von denen gibt es ausreichend viele, so dass man diesbezüglich keine ausreden hat.
wer unterwegs pinkeln muss und anschließend ein papiertaschentuch benutzt, sollte einen hundekotbeutel o.ä. dabei haben, und ihn bei passender gelegenheit in einem müllbehälter entsorgen.
Vielen Dank für die ergänzenden Informationen zum Tanken in Island.
Campingplätze in Island sind nicht immer eine Freude: Oft sind es noch Flächen voller Kies, wo man kein Zelt aufbauen kann. Wenn man ein Zelt schon aufgebaut bekommt, dann fegt der Wind es flach sobald sich das Wetter ändert. Island hat oft 4 Jahreszeiten an einem Tag. Zelten sollte man also lieber vergessen. Wer sich ein Bett im Auto baut, schläft besser, aber nur wenn keine Party gefeiert wird. Oft ist es am Wochenende am Campingplatz die ganze Nacht so laut, daß schlafen unmöglich ist. Junge Leute aus der Hauptstadt Reykjavík besaufen sich und feiern bis in den frühen Morgen. Da es im Sommer kaum dunkel wird, fällt denen gar nicht ein daß andere Leute zum Schlafen da sind. Campingplatzbetreiber sind oft nicht vor Ort anwesend, da sie ihr Geld irgendwo anders verdienen. Wer nur Bargeld als Zahlungsmittel hat, wird überall in Island ausgegrenzt: Beim Tanken herrscht Kartenzahlung und bei Parkgebühren gilt Smartphonezwang. Wer Bewertungen bei Google Maps sortiert mit schlechten Bewertungen oben, wird vieles lesen was einem hilft um weniger enttäuscht zu sein wenn Island seine raue Kante zeigt.