Wer mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen durch England reist, sollte sich vorab mit den britischen Kraftstoffbezeichnungen, der Bezahlung an der Zapfsäule und den wichtigsten Verkehrsregeln vertraut machen. Dieser Ratgeber erklärt, worauf Sie beim Tanken in England achten müssen und wie Sie sich schnell an den Linksverkehr gewöhnen.
England lässt sich besonders gut mit dem Auto erkunden. Neben London mit Sehenswürdigkeiten wie dem Buckingham Palace, Big Ben, dem Tower of London und Westminster Abbey lohnen sich auch Ziele außerhalb der Hauptstadt. Cornwall, die englische Südküste, die Cotswolds oder Stonehenge sind mit dem Fahrzeug flexibel erreichbar.

Das Wichtigste in Kürze:
- In England gilt Linksverkehr; überholt wird rechts.
- Entfernungen werden in Meilen und Geschwindigkeiten in miles per hour (mph) angegeben.
- Standardbenzin mit 95 Oktan ist in der Regel E10.
- Viele Tankstellen akzeptieren kontaktlose Karten- und Smartphone-Zahlungen.
- An Supermarkttankstellen ist Kraftstoff häufig günstiger als an Autobahnraststätten.
- In London und anderen Städten können Umwelt- oder Zufahrtsgebühren anfallen.
Tanken in England: So funktioniert es
Das Tanken unterscheidet sich nur wenig vom Ablauf in Deutschland. An den meisten Tankstellen bedienen sich Autofahrer selbst. Je nach Station bezahlen Sie entweder anschließend im Kassenbereich oder direkt an der Zapfsäule. Kraftstoff wird in Litern abgegeben, die Verbrauchsangaben britischer Fahrzeuge werden dagegen häufig in miles per gallon (mpg) ausgewiesen.

Vor dem Tanken sollten Sie die Kraftstoffangabe am Tankdeckel oder im Fahrzeughandbuch prüfen. Bei einem Mietwagen steht die benötigte Sorte häufig zusätzlich auf dem Schlüsselanhänger oder in den Mietunterlagen. Im Zweifel fragen Sie das Personal, bevor Sie tanken. Eine Fehlbetankung kann teuer werden und darf nicht durch Starten des Motors verschlimmert werden.
Welche Kraftstoffsorten gibt es in England?
Die wichtigsten Bezeichnungen an britischen Tankstellen sind:
- Unleaded oder Premium Unleaded: bleifreies Standardbenzin mit 95 Oktan; in Großbritannien in der Regel E10.
- Super Unleaded oder Premium/Super Grade: höheroktaniges Benzin, meist mit 97 bis 99 Oktan. Es wird häufig als E5 angeboten und kann für ältere Fahrzeuge geeignet sein, die E10 nicht vertragen.
- Diesel: entspricht dem üblichen Dieselkraftstoff. Die ältere Bezeichnung DERV kann vereinzelt vorkommen, ist an normalen Tankstellen aber weniger gebräuchlich.
- LPG: Autogas. Das Netz ist deutlich kleiner als bei Benzin und Diesel; die Verfügbarkeit sollte vor längeren Fahrten geprüft werden.
Standardbenzin mit 95 Oktan wurde in Großbritannien auf E10 umgestellt. Die meisten neueren Benzinfahrzeuge können E10 verwenden. Bei Oldtimern und manchen älteren Modellen sollte die Verträglichkeit jedoch vor der Reise geprüft werden. E5 ist häufig nur als teurere Super-Sorte erhältlich.
Wichtig: Die Begriffe „Premium Unleaded“ und „Super Unleaded“ können für deutsche Reisende missverständlich sein. Entscheidend sind deshalb die Oktanzahl, die Kennzeichnung E5 oder E10 und die Herstellerfreigabe Ihres Fahrzeugs.
Wie bezahlt man an englischen Tankstellen?
Debit- und Kreditkarten sind die gebräuchlichsten Zahlungsmittel. Auch kontaktloses Bezahlen mit Karte, Smartphone oder Smartwatch ist weit verbreitet. Bargeld wird an vielen Stationen weiterhin angenommen, jedoch nicht an jeder unbesetzten Automatentankstelle.
Bei Pay at Pump wird die Karte vor dem Tanken an der Zapfsäule autorisiert. Dabei kann der Kartenanbieter vorübergehend einen höheren Betrag reservieren. Nach Abschluss des Tankvorgangs wird nur der tatsächlich getankte Betrag abgerechnet; bis die Reservierung angepasst oder aufgehoben wird, kann jedoch etwas Zeit vergehen.
An Stationen mit Pay at Kiosk tanken Sie zunächst und bezahlen anschließend unter Angabe der Zapfsäulennummer im Kassenbereich. Achten Sie auf die Hinweise an der Zapfsäule, da manche Stationen nachts ausschließlich Kartenzahlung am Automaten anbieten.
Wo kann man in England günstig tanken?
Die Kraftstoffpreise können sich täglich und regional deutlich unterscheiden. Eine feste Aussage, wie viel teurer oder günstiger England im Vergleich zu Deutschland ist, wäre deshalb wenig hilfreich. Häufig gelten folgende Grundregeln:
- Supermarkttankstellen sind oft günstiger als klassische Markentankstellen.
- Stationen an Autobahnraststätten verlangen meist deutlich höhere Preise.
- In ländlichen Regionen liegen Tankstellen teilweise weit auseinander. Tanken Sie rechtzeitig und verlassen Sie sich nicht auf die letzte mögliche Station.
- Preisvergleichs- und Navigations-Apps können bei der Suche helfen. Prüfen Sie, wie aktuell die angezeigten Preise sind.
- Bei Mietwagen lohnt sich ein Blick auf die Tankregelung. „Full to full“ ist meist transparent: Sie übernehmen das Auto vollgetankt und geben es vollgetankt zurück.
Zu den großen Supermarktketten mit eigenen Tankstellen gehören unter anderem Tesco, Sainsbury’s, Asda und Morrisons. Öffnungszeiten und Zahlungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Standort.
Mit dem Elektroauto durch England
Wer mit einem Elektroauto reist, sollte Ladepunkte entlang der Route und am Ziel vorab einplanen. Viele öffentliche Säulen akzeptieren kontaktlose Kartenzahlung, andere erfordern eine App oder ein Kundenkonto. Informieren Sie sich außerdem über Ladeleistung, Steckertyp, mögliche Blockiergebühren und die Parkregeln am Ladeplatz. In abgelegenen Regionen ist ein zusätzlicher Ladepuffer sinnvoll.
Autofahren in England: Dokumente und Vorbereitung
Mit einem gültigen deutschen beziehungsweise EU-Führerschein können Besucher in der Regel in England fahren. Bei Fahrten mit dem eigenen Auto sollten Sie außerdem die Zulassungsbescheinigung und einen Versicherungsnachweis mitführen. Klären Sie vor der Abreise mit Ihrer Versicherung, ob der Schutz für Großbritannien ausreicht und welche Unterlagen empfohlen werden. Eine grüne Versicherungskarte ist für viele europäische Fahrzeuge nicht grundsätzlich vorgeschrieben, kann die Abwicklung bei Kontrollen oder Unfällen aber erleichtern.
Bei einem Mietwagen müssen die Bedingungen des Vermieters beachtet werden. Wer das Fahrzeug außerhalb Großbritanniens übernimmt und mit der Fähre oder durch den Eurotunnel einreist, benötigt möglicherweise eine ausdrückliche Genehmigung des Vermieters.
Prüfen Sie vor der Fahrt außerdem:
- ob die Scheinwerfer für Linksverkehr eingestellt oder mit geeigneten Abdeckungen angepasst werden müssen,
- ob das Fahrzeug mit dem vorgeschriebenen Länderkennzeichen versehen ist,
- welche Sicherheitsausrüstung in den Transitländern erforderlich ist,
- ob Umweltzonen oder städtische Gebühren auf Ihrer Route liegen,
- ob Ihre Pannenhilfe auch in Großbritannien gilt.
Linksverkehr: die wichtigsten Regeln
In England wird auf der linken Straßenseite gefahren und grundsätzlich rechts überholt. Besonders aufmerksam sollten Sie nach Pausen, beim Abbiegen und beim Verlassen von Parkplätzen oder Tankstellen sein. Ein kurzer Merksatz kann helfen: Nach jedem Abbiegen wieder links einordnen.
Mit einem deutschen Linkslenker ist die Sicht beim Überholen eingeschränkt. Lassen Sie deshalb ausreichend Abstand und verzichten Sie im Zweifel auf das Überholmanöver. Auf mehrspurigen Straßen sollten Sie nach dem Überholen wieder auf eine weiter links liegende freie Spur wechseln.
Das deutsche Prinzip „rechts vor links“ gilt in England nicht. Vorfahrt wird durch Schilder, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen geregelt. Eine unterbrochene Linie mit Dreieck bedeutet „Give way“, eine durchgehende Haltelinie gehört zum Stoppschild. Fehlt eine eindeutige Regelung, fahren Sie langsam und verständigen sich vorsichtig mit den anderen Verkehrsteilnehmern.
Geschwindigkeitsbegrenzungen in England

Geschwindigkeiten werden in mph und nicht in km/h angegeben. Eine Meile entspricht ungefähr 1,609 Kilometern. Für Pkw gelten, sofern keine abweichenden Schilder vorhanden sind, typischerweise folgende Höchstgeschwindigkeiten:
- 30 mph (rund 48 km/h) auf vielen Straßen innerhalb geschlossener Ortschaften,
- 60 mph (rund 96 km/h) auf einbahnigen Landstraßen,
- 70 mph (rund 113 km/h) auf Straßen mit baulich getrennten Richtungsfahrbahnen und auf Autobahnen.
Lokale Beschilderungen können deutlich niedrigere Limits vorgeben, beispielsweise 20 mph in Wohngebieten oder vor Schulen. Für Wohnmobile, Gespanne, Transporter und Lastwagen gelten teilweise andere Höchstgeschwindigkeiten. Das ausgeschilderte Limit ist stets eine Obergrenze und kann bei schlechtem Wetter, engen Straßen oder geringer Sicht bereits zu hoch sein.
Kreisverkehre in England

In englischen Kreisverkehren fließt der Verkehr im Uhrzeigersinn. Beim Einfahren müssen Sie in der Regel dem Verkehr von rechts Vorfahrt gewähren. Beachten Sie immer die Schilder, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen, da sie von den allgemeinen Regeln abweichen können.
Als Orientierung gilt:
- Für eine Ausfahrt nach links ordnen Sie sich links ein und blinken links.
- Für eine geradeaus liegende oder mittlere Ausfahrt wählen Sie die durch Schilder oder Markierungen vorgegebene Spur. Beim Einfahren ist meist kein Blinker nötig; nach der Ausfahrt vor Ihrem Ziel blinken Sie links.
- Für eine Ausfahrt nach rechts oder eine vollständige Umrundung ordnen Sie sich normalerweise rechts ein und blinken rechts. Vor dem Verlassen des Kreisverkehrs wechseln Sie auf den linken Blinker.
Mehrspurige Kreisverkehre können eigene Spurführungen besitzen. Bleiben Sie in Ihrer markierten Spur und erzwingen Sie keinen kurzfristigen Spurwechsel. Wenn Sie eine Ausfahrt verpassen, fahren Sie lieber eine weitere Runde.
Eine bekannte Besonderheit ist der Magic Roundabout in Swindon. Er besteht aus mehreren kleinen Kreisverkehren um einen größeren zentralen Bereich. Wer sich dort unsicher fühlt, sollte die Route vorher ansehen oder eine Alternative wählen.
Maut, Citymaut und Umweltzonen
Die meisten Autobahnen in England sind mautfrei. Es gibt jedoch einzelne gebührenpflichtige Straßen, Brücken und Tunnel, darunter die M6 Toll. Auch für die Dartford Crossing im Verlauf der M25 östlich von London wird zu bestimmten Zeiten eine Gebühr erhoben. Dort gibt es keine klassischen Mautschalter; die Zahlung muss fristgerecht über das dafür vorgesehene System erfolgen.
In London können je nach Fahrzeug und Fahrgebiet zusätzlich die Congestion Charge sowie Gebühren der Ultra Low Emission Zone (ULEZ) anfallen. Auch andere Städte betreiben Umweltzonen. Prüfen Sie vor der Einfahrt anhand des Kennzeichens, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist. Ausländische Fahrzeuge sind nicht automatisch von den Regelungen befreit.
Parken in England
Parkregeln werden durch Schilder und farbige Linien am Fahrbahnrand angezeigt. Besonders wichtig sind:
- Doppelte gelbe Linie: grundsätzliches Warte- beziehungsweise Parkverbot zu jeder Zeit.
- Einzelne gelbe Linie: Einschränkung zu den auf Schildern oder Zonenschildern angegebenen Zeiten.
- Rote Linien: besonders strenge Haltebeschränkungen auf sogenannten Red Routes, vor allem in London.
- Markierungen am Bordstein: können das Be- und Entladen zeitweise oder vollständig verbieten.
Lesen Sie immer die Zusatzschilder. Regeln können je nach Gemeinde und Parkzone variieren. In vielen Städten wird per Parkautomat oder App bezahlt. Bewahren Sie Belege auf und achten Sie auf die zugelassene Höchstparkdauer.
Alkohol und Drogen am Steuer
In England, Wales und Nordirland liegt die gesetzliche Blutalkoholgrenze bei 0,8 Promille. In Schottland gilt mit 0,5 Promille ein niedrigerer Wert. Diese Grenzen sind keine Empfehlung: Bereits deutlich geringere Mengen können Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wer fährt, sollte deshalb vollständig auf Alkohol und Drogen verzichten.
Bei einem Verstoß drohen hohe Geldstrafen, ein Fahrverbot und – abhängig vom Fall – weitere strafrechtliche Folgen. Auch am nächsten Morgen kann noch Restalkohol vorhanden sein.
Handy am Steuer
Das Halten und Benutzen eines Smartphones, Tablets, Navigationsgeräts oder eines vergleichbaren Geräts während der Fahrt ist verboten. Das gilt auch im Stau oder an einer roten Ampel. Als Regelfolge drohen bei einem Verstoß ein Bußgeld von 200 Pfund und sechs Strafpunkte; vor Gericht können weitere Konsequenzen hinzukommen.
Richten Sie die Navigation vor Fahrtbeginn ein und befestigen Sie das Gerät so, dass die Sicht frei bleibt. Auch eine Freisprecheinrichtung darf nicht dazu führen, dass Sie das Fahrzeug nicht mehr sicher kontrollieren.
Panne, Unfall und Notruf
Die allgemeinen Notrufnummern in Großbritannien sind 999 und 112. Beide verbinden mit Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst. Bei einer Panne sollten Sie sich und andere zuerst aus dem Gefahrenbereich bringen und anschließend den Pannendienst beziehungsweise den Vermieter kontaktieren.
Speichern Sie vor der Reise die Nummer Ihres Versicherers, Pannendienstes und Mietwagenanbieters. Fotografieren Sie bei einem Unfall – sofern dies gefahrlos möglich ist – die Fahrzeugpositionen, Schäden und Umgebung. Tauschen Sie Namen, Anschrift, Kennzeichen und Versicherungsdaten aus und melden Sie den Vorfall nach den Vorgaben Ihrer Versicherung oder Autovermietung.
Fazit: Gut vorbereitet durch England fahren
Wer die britischen Kraftstoffbezeichnungen kennt, beim Tanken auf E5 beziehungsweise E10 achtet und sich mit Linksverkehr, Kreisverkehren und mph-Angaben vertraut macht, kann England entspannt mit dem Auto entdecken. Planen Sie Tank- oder Ladestopps rechtzeitig, prüfen Sie mögliche Straßen- und Umweltgebühren und verlassen Sie sich bei Verkehrsregeln nicht auf Gewohnheiten aus Deutschland. So beginnt der Urlaub sicher und ohne unnötige Zusatzkosten.
Die schematische Darstellung von der Kreisverkehrsrichtung ist verkehrt !!!
Danke wurde korrigiert.
Was sollte man man mit einem Rechtslenker Fahrzeug beachten .......das ist falsch ! Es muss heißen mit einem Linkslenker denn die Engländer fahren allesamt Rechtslenker . sorry...
Was sollte man mit einem Rechtslenker Fahrzeug beachten......das ist falsch es muss heißen Linkslenker .Denn die Engländer fahren allesamt Rechtslenker ,sorry
Danke für den Hinweis, wurde korrigiert.
headlights need to be changed/adjusted so not to blind oncomming trafic at night!
Fehler in der Bildunterschrift Big Ben:
„....neben dem Rechtsverkehr sollte man auch....“
In England ist Linksverkehr!
Danke für den Hinweis.
Sorry, jedoch sind im gesamten Text immer wieder schriftliche Fehler zu erkennen, also Buchstaben, die so vom Inhalt her nicht stimmig sind. Zum Beispiel anstatt "st" wird"ss" geschrieben. Danke für die Korrekturen.
Klaus der Fotograf und Videofilmer aus Oldenburg grüßt.
Besonders kritisch finde ich wenn Google einen in die Sperrzonen leitet, ist .ir in Oxford so passiert u d dann kom.t man da auch nicht so einfach raus. die beschildert ist unübersichtlich und ich weiß nachträglich auch nicht, ob ich es das nächste Mal sehen würde. Das könnte hier noch erwähnt werden.