Wer mit dem Auto nach Italien reist, sollte einige Besonderheiten kennen. Beim Tanken in Italien gibt es mit „Self Service“ und „Servito“ zwei unterschiedlich teure Bedienungsarten. Hinzu kommen streckenabhängige Autobahngebühren, innerstädtische Zufahrtsbeschränkungen und teilweise andere Verkehrsregeln als in Deutschland.

Das Land bietet abwechslungsreiche Reiseziele: den Gardasee, die Alpen, die Toskana, historische Städte wie Rom, Florenz und Venedig sowie die Küsten und Inseln Sizilien und Sardinien. Wer die Reise sorgfältig plant, kann Kraftstoff-, Maut- und Parkkosten reduzieren.
Das Wichtigste in Kürze:
- „Benzina“ bezeichnet Benzin, „Gasolio“ steht für Diesel.
- Beim Self Service tankt man selbst und bezahlt meistens weniger.
- Beim „Servito“ übernimmt ein Tankwart den Tankvorgang.
- Servito kann erheblich teurer als Selbstbedienung sein.
- Autobahntankstellen verlangen häufig höhere Kraftstoffpreise.
- Auf den meisten Autobahnen fällt eine streckenabhängige Maut an.
- Eine allgemeine italienische Autobahnvignette gibt es nicht.
- In historischen Stadtzentren gelten häufig Zufahrtsbeschränkungen, sogenannte ZTL.
- Für Pkw gelten grundsätzlich 50, 90, 110 und 130 km/h.
- Bei Regen oder Schnee gelten auf Schnellstraßen und Autobahnen niedrigere Tempolimits.
Mit dem Auto nach Italien
Deutschland und Italien sind durch verschiedene Alpenrouten miteinander verbunden. Wer an den Gardasee, in die Toskana oder an die Adria fährt, reist häufig über Österreich und die Brennerautobahn. Andere Routen führen durch die Schweiz, Frankreich oder Slowenien.
Bereits in den Transitländern können Kosten entstehen. In Österreich und der Schweiz werden für viele Autobahnen Vignetten benötigt. Zusätzlich können Gebühren für Tunnel, Pässe oder besondere Streckenabschnitte anfallen.
Welche Tankstrategie am günstigsten ist, hängt von den aktuellen Preisen ab. Dauerhafte Aussagen wie „Österreich ist immer günstiger als Deutschland“ sind nicht zuverlässig. In allen Ländern sind Tankstellen direkt an Autobahnen häufig teurer als Stationen in nahe gelegenen Orten.
Was muss man beim Tanken in Italien beachten?

An vielen italienischen Tankstellen gibt es zwei getrennte Bereiche oder Preissäulen:
- Self oder Fai da te: Der Fahrer betankt das Fahrzeug selbst.
- Servito: Ein Tankwart übernimmt den Tankvorgang.
„Fai da te“ bedeutet sinngemäß „Mach es selbst“. Diese Variante ist normalerweise günstiger. Beim Servito wird ein zusätzlicher Aufschlag berechnet, der durchaus 20 Cent pro Liter oder mehr betragen kann.
Vor dem Einfahren sollte deshalb geprüft werden, welche Spur mit „Self“ und welche mit „Servito“ gekennzeichnet ist. Wer versehentlich an einer bedienten Säule hält, kann trotz derselben Kraftstoffsorte deutlich mehr bezahlen.
Die große Preistafel kann mehrere Preise für Benzin und Diesel anzeigen. Der niedrigste gut sichtbare Preis gilt häufig nur für den Self Service.
So funktioniert der Servito-Tankservice
Beim Servito bleibt der Fahrer normalerweise im oder am Fahrzeug. Der Tankwart fragt nach der Kraftstoffsorte und der gewünschten Menge.
Hilfreiche Formulierungen sind:
| Italienisch | Deutsch |
|---|---|
| Il pieno, per favore. | Bitte volltanken. |
| Venti euro di benzina, per favore. | Benzin für 20 Euro, bitte. |
| Quaranta euro di gasolio, per favore. | Diesel für 40 Euro, bitte. |
| Senza piombo, per favore. | Bleifrei, bitte. |
| Posso pagare con la carta? | Kann ich mit Karte bezahlen? |
Der Fahrzeugschlüssel muss für einen normalen Tankvorgang nicht übergeben werden. Je nach Tankstelle wird direkt am Fahrzeug, an einem mobilen Terminal oder im Verkaufsraum bezahlt.
Selbstbedienung und Tankautomaten
Außerhalb der Bedienungszeiten kann häufig weiterhin an einem Automaten getankt werden. Solche Stationen sind beispielsweise mit „Self Service 24 ore“ oder „Aperto 24 ore“ gekennzeichnet.
Der Ablauf kann je nach Anlage unterschiedlich sein:
- Zapfsäulennummer merken.
- Am Automaten die gewünschte Säule auswählen.
- Karte einführen oder Bargeld einzahlen.
- Gewünschten Höchstbetrag festlegen.
- Zum Fahrzeug zurückgehen.
- Kraftstoffsorte auswählen und tanken.
- Bei Bedarf eine Quittung anfordern.
Bei Barzahlung sollte man möglichst einen Betrag wählen, der voraussichtlich vollständig in den Tank passt. Manche Automaten geben kein Bargeld als Wechselgeld zurück. Stattdessen kann ein Gutschein oder Beleg für das Restguthaben ausgegeben werden, dessen Einlösung für Urlauber umständlich ist.
Bei Kartenzahlung kann vorübergehend ein höherer Betrag reserviert werden. Abgerechnet wird anschließend normalerweise nur die tatsächlich getankte Menge. Bis die Reservierung aufgehoben wird, können jedoch einige Tage vergehen.
Kraftstoffbezeichnungen in Italien
Die wichtigsten italienischen Bezeichnungen lauten:
| Kraftstoff | Italienische Bezeichnung | Mögliche Kennzeichnung |
|---|---|---|
| Superbenzin mit 95 Oktan | Benzina, Benzina senza piombo | E5 oder E10 |
| Super Plus | Benzina 98, Super oder Premium | meist E5 |
| Diesel | Gasolio oder Diesel | B7 |
| Autogas | GPL | LPG |
| Erdgas | Metano | CNG |
„Senza piombo“ bedeutet bleifrei. Die teilweise verwendete Bezeichnung „Benzina verde“ steht ebenfalls für bleifreies Benzin und nicht zwingend für Super Plus.
E10 kann auch in Italien angeboten werden. Entscheidend ist das europäische Kraftstoffsymbol an der Zapfsäule. Fahrer älterer Fahrzeuge sollten vorab prüfen, ob ihr Auto für E10 freigegeben ist.
Super Plus mit 98 oder mehr Oktan ist nicht an jeder kleinen Tankstelle erhältlich. Wer auf eine bestimmte Premiumsorte angewiesen ist, sollte frühzeitig tanken.
Autogas und Erdgas tanken
Autogas wird in Italien als GPL bezeichnet und ist relativ weitverbreitet. Für deutsche Fahrzeuge kann ein Dish-Adapter benötigt werden. Ein eigener, zum Fahrzeug passender Adapter erspart Unsicherheiten.
An vielen GPL-Tankstellen übernimmt ein Mitarbeiter das Befüllen. Selbstbedienung kann abhängig von Anlage und Zulassung ebenfalls möglich sein. Den Anweisungen des Personals und der Beschilderung ist zu folgen.
Erdgas heißt „Metano“. Es wird häufig nach Kilogramm abgerechnet. Das Netz ist regional unterschiedlich ausgebaut. Vor allem bei Fahrten auf Inseln oder in abgelegene Regionen sollten geeignete Stationen vorab gesucht werden.
Öffnungszeiten italienischer Tankstellen
Eine allgemein gültige Öffnungszeit für alle Tankstellen gibt es nicht. Größere Autobahntankstellen und viele automatische Stationen sind rund um die Uhr nutzbar. Kleinere bediente Tankstellen können mittags schließen oder am Abend nur noch Selbstbedienung anbieten.
An Sonn- und Feiertagen kann der Service eingeschränkt sein. Dank der weitverbreiteten Tankautomaten ist das Tanken meistens trotzdem möglich. In ländlichen Regionen und auf Inseln sollte man den Tank nicht bis zur Reserve leer fahren.
Kraftstoffpreise vergleichen
Italienische Tankstellen müssen ihre Preise gut sichtbar anzeigen. Dennoch ist beim Vergleich genau darauf zu achten, ob es sich um den Self- oder Servito-Preis handelt.
Kraftstoff ist häufig besonders teuer:
- direkt an Autobahnen,
- in abgelegenen Bergregionen,
- auf kleinen Inseln,
- an Servito-Zapfsäulen,
- in stark besuchten Feriengebieten.
Günstiger sind häufig unbemannte Stationen oder Tankstellen in Gewerbegebieten. Ein Umweg von wenigen Kilometern kann sich lohnen, lange Umwege wegen eines geringen Preisunterschieds dagegen meist nicht.
Elektroauto in Italien laden
Das öffentliche Ladenetz wird stetig ausgebaut. Besonders in Norditalien, größeren Städten, an Autobahnen und in touristischen Regionen stehen zahlreiche Ladepunkte zur Verfügung. In ländlichen Gebieten und auf Inseln kann die Dichte geringer sein.
Vor einer längeren Fahrt sollte man prüfen:
- welche Ladekarte oder App benötigt wird,
- ob eine direkte Kartenzahlung möglich ist,
- welche Ladeleistung angeboten wird,
- ob die Säule innerhalb einer ZTL liegt,
- ob zusätzlich Parkgebühren anfallen,
- ob eine Registrierung des Kennzeichens erforderlich ist.
Ein Elektroauto darf nicht automatisch in jede verkehrsbeschränkte Innenstadt einfahren. Die Regeln der jeweiligen Gemeinde sind entscheidend.
Italien als Urlaubsziel

Italien verbindet Kultur, Natur, Badeurlaub und kulinarische Erlebnisse. Im Norden locken die Alpen, Südtirol, der Gardasee und Städte wie Mailand, Turin und Venedig. Mittelitalien ist für Rom, Florenz und die Toskana bekannt. Im Süden befinden sich unter anderem Neapel, Apulien, Kalabrien sowie die Inseln Sizilien und Sardinien.
Rom bietet mit Kolosseum, Forum Romanum, Pantheon und Vatikanstadt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. Florenz gilt als eine der bedeutendsten Kunst- und Kulturstädte Europas. Venedig ist für seine Kanäle, Paläste und Brücken bekannt.

Kulinarisch besitzt nahezu jede Region eigene Spezialitäten. Pizza wird besonders mit Neapel verbunden, während verschiedene Pastaformen, Käsesorten, Weine und Fleischgerichte stark regional geprägt sind.
Mailand
Mailand ist ein wichtiges Wirtschafts-, Mode- und Kulturzentrum. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören der Mailänder Dom, die Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele II und das Opernhaus Teatro alla Scala.
Fußballfans kennen das Stadio Giuseppe Meazza, das häufig weiterhin als San Siro bezeichnet wird. Autofahrer sollten in Mailand besonders auf Umwelt- und Zufahrtszonen sowie hohe Parkgebühren achten.
Sizilien
Sizilien ist die größte Insel im Mittelmeer und keine Halbinsel. Sie wird durch die Straße von Messina vom italienischen Festland getrennt. Zu den bekannten Reisezielen gehören Palermo, Catania, Taormina, Syrakus und der Vulkan Ätna.
Im Sommer kann es sehr heiß werden. Bei Rundreisen sollte ausreichend Trinkwasser mitgeführt und das Auto möglichst nicht bis zur Reserve leer gefahren werden. Tankstellen sind in bewohnten Gebieten gut verfügbar, in abgelegenen Regionen können die Entfernungen jedoch größer sein.
Florenz

Florenz liegt am Arno und gilt als eine Wiege der Renaissance. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Kathedrale Santa Maria del Fiore, die Ponte Vecchio, die Uffizien und der Palazzo Vecchio.
Die historische Innenstadt ist für auswärtige Autofahrer problematisch, weil große Bereiche zur verkehrsbeschränkten Zone gehören. Das Auto sollte außerhalb der ZTL oder in einem geeigneten Parkhaus abgestellt werden.
Venedig

Das historische Zentrum Venedigs ist autofrei. Fahrzeuge müssen vor der Altstadt abgestellt werden, beispielsweise auf Parkflächen am Piazzale Roma, auf Tronchetto oder bereits auf dem Festland in Mestre.
Vom Parkplatz geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß weiter. In der Hauptreisezeit sind innenstadtnahe Parkplätze teuer und schnell belegt. Eine vorherige Reservierung kann sinnvoll sein.
Tempolimits in Italien
Für Pkw und leichte Wohnmobile bis 3,5 Tonnen gelten grundsätzlich folgende Höchstgeschwindigkeiten, sofern Verkehrszeichen nichts anderes vorschreiben:
| Straßenart | Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|
| Innerhalb geschlossener Ortschaften | 50 km/h |
| Außerhalb geschlossener Ortschaften | 90 km/h |
| Schnellstraßen | 110 km/h |
| Autobahnen | 130 km/h |
Bei Regen oder Schnee sinkt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Pkw auf:
- 90 km/h auf Schnellstraßen,
- 110 km/h auf Autobahnen.
Für Führerscheinneulinge gelten in den ersten drei Jahren niedrigere Limits: höchstens 90 km/h auf Schnellstraßen und 100 km/h auf Autobahnen.
Für Pkw mit Anhänger gelten grundsätzlich deutlich niedrigere Geschwindigkeiten: 70 km/h außerorts und auf Schnellstraßen sowie 80 km/h auf Autobahnen. Schwere Wohnmobile unterliegen ebenfalls besonderen Begrenzungen.
Geschwindigkeitskontrollen mit dem Tutor-System
Auf vielen Autobahnabschnitten wird die Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem „Sistema Tutor“ ermittelt. Das System erfasst ein Fahrzeug an mehreren Messpunkten und berechnet die durchschnittliche Geschwindigkeit auf der dazwischenliegenden Strecke.
Kurz vor einer Kamera abzubremsen genügt daher nicht. Das Tempolimit muss über den gesamten kontrollierten Abschnitt eingehalten werden. Das Tutor-System ist nicht nur wenige Stunden am Tag aktiv, und auf ein angeblich folgenloses erstes Vergehen sollte man sich keinesfalls verlassen.
Daneben kommen stationäre und mobile Geschwindigkeitsmessungen zum Einsatz. Die zulässige Geschwindigkeit kann in Baustellen, Tunneln und auf gefährlichen Abschnitten erheblich niedriger sein.
Maut auf italienischen Autobahnen
Auf den meisten italienischen Autobahnen wird eine streckenabhängige Maut erhoben. Eine allgemeine Autobahnvignette gibt es nicht.
Beim klassischen geschlossenen System zieht man bei der Auffahrt ein Ticket und bezahlt bei der Ausfahrt. Die Höhe richtet sich nach Strecke und Fahrzeugklasse. Das Ticket sollte sicher aufbewahrt werden.
An den Mautstationen zeigen Farben die Zahlungsart an:
- Gelbe Spur: ausschließlich für Telepass beziehungsweise zugelassene Mautboxen.
- Blaue Spur: Zahlung mit Karte.
- Weiße Spur: je nach Symbol Bargeld, Karte oder bediente Kasse.
Ohne eine geeignete Mautbox darf nicht durch eine ausschließlich gelb gekennzeichnete Telepass-Spur gefahren werden.
In Teilen Norditaliens, insbesondere auf Abschnitten der A36, A59 und A60, gibt es ein schrankenloses Free-Flow-System. Das Kennzeichen wird automatisch erfasst und die Maut muss innerhalb der vorgeschriebenen Frist elektronisch bezahlt werden. Vor der Reise sollte geprüft werden, ob die geplante Strecke betroffen ist.
ZTL: Vorsicht in historischen Innenstädten
Zu den häufigsten Kostenfallen für Urlauber gehört die Zona a Traffico Limitato, kurz ZTL. Dabei handelt es sich um eine Zone mit eingeschränkter Zufahrt. Solche Bereiche gibt es unter anderem in Rom, Florenz, Mailand, Pisa, Bologna und vielen kleineren Städten.
Die Einfahrten werden häufig mit Kameras überwacht. Jedes unberechtigt einfahrende Fahrzeug kann erfasst werden. Wer mehrfach hinein- und hinausfährt, kann mehrere getrennte Bußgelder erhalten.
Ein rot umrandetes weißes Schild kennzeichnet die Zufahrtsbeschränkung. Zusatztafeln nennen Uhrzeiten, Ausnahmen und zugelassene Fahrzeuggruppen. Eine freie Straße oder ein geöffnetes Tor bedeutet nicht, dass die Einfahrt erlaubt ist.
Wer ein Hotel innerhalb einer ZTL gebucht hat, sollte vor der Einfahrt klären, ob das Hotel das Kennzeichen registrieren kann. Die Registrierung erfolgt nicht automatisch. Eine nachträgliche Meldung ist möglicherweise nicht mehr möglich.
Parken in Italien
Die Farbe der Parkplatzmarkierung gibt einen ersten Hinweis auf die Nutzung:
| Farbe | Übliche Bedeutung |
|---|---|
| Blau | Gebührenpflichtiger Parkplatz |
| Weiß | Häufig kostenlos, Zusatzschilder beachten |
| Gelb | Reserviert, beispielsweise für Anwohner oder Menschen mit Behinderung |
| Rosa | Je nach Gemeinde reserviert oder bevorzugt für Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern |
Zusatzschilder haben immer Vorrang. Auch weiße Stellplätze können zeitlich begrenzt oder nur für Anwohner vorgesehen sein. Bei einer Parkscheibenregelung weist „Disco orario“ auf die erforderliche Parkscheibe hin.
In Großstädten ist ein bewachtes Parkhaus oder ein Park-and-Ride-Platz häufig sicherer und stressfreier als die Parkplatzsuche im Zentrum.
Alkohol am Steuer
Die allgemeine Promillegrenze beträgt 0,5 Promille. Ein absolutes Alkoholverbot von 0,0 Promille gilt insbesondere für:
- Fahrer in den ersten drei Jahren nach Erhalt der Fahrerlaubnis,
- Fahrer unter 21 Jahren,
- Berufskraftfahrer und bestimmte Fahrer schwerer Fahrzeuge.
Alkoholverstöße können hohe Geldbußen, Fahrverbote und strafrechtliche Folgen auslösen. Bei sehr hohen Alkoholwerten sind weitere Maßnahmen gegen das Fahrzeug möglich, wenn Fahrer und Eigentümer identisch sind.
Am sichersten ist der vollständige Verzicht auf Alkohol, sobald man noch fahren muss.
Weitere wichtige Verkehrsregeln
Autofahrer sollten unter anderem folgende Regeln kennen:
- Außerhalb geschlossener Ortschaften muss tagsüber mit Tagfahrlicht oder Abblendlicht gefahren werden.
- In Tunneln ist das Licht unabhängig von Tageszeit und Ortslage einzuschalten.
- Alle Insassen müssen angeschnallt sein.
- Die Nutzung eines Mobiltelefons in der Hand ist während der Fahrt verboten.
- Kinder unter 1,50 Meter benötigen ein geeignetes Rückhaltesystem.
- Warnweste und Warndreieck sollten im Fahrzeug griffbereit sein.
- Beim Verlassen des Fahrzeugs nach einer Panne oder einem Unfall ist eine Warnweste zu tragen.
- Auf Autobahnen darf ein liegen gebliebenes Fahrzeug nicht privat abgeschleppt werden.
- Auf Bergstraßen hat grundsätzlich das bergwärts fahrende Fahrzeug Vorrang, sofern keine andere Regelung gilt.
- Linienbusse genießen beim Einordnen besondere Vorrechte.
Am Kreisverkehr hat der Verkehr im Kreis nicht ausnahmslos automatisch Vorrang. Entscheidend sind die Verkehrszeichen. In der Praxis steht an den meisten Einfahrten ein „Vorfahrt gewähren“-Schild, sodass der Verkehr im Kreis Vorrang besitzt.
Winterreifen und Schneeketten

In Italien gibt es keine landesweit einheitliche Winterreifenpflicht. Stattdessen können Regionen und Straßenbetreiber auf bestimmten Strecken Winterreifen oder mitgeführte Schneeketten vorschreiben.
Auf vielen Straßen gilt die Winterausrüstungspflicht vom 15. November bis zum 15. April. Regionale Abweichungen sind möglich. Im Aostatal beginnt die Pflicht beispielsweise früher. Auf der Brennerautobahn und in Südtirol gelten ebenfalls besondere Vorgaben.
Die Pflicht ist je nach Strecke erfüllt durch:
- geeignete Winter- oder Ganzjahresreifen oder
- mitgeführte und zum Fahrzeug passende Schneeketten.
Maßgeblich sind die Beschilderung und die Vorschriften der jeweiligen Region.
Darf man im Sommer mit Winterreifen fahren?
Ein allgemeines Winterreifenverbot im italienischen Sommer gibt es nicht. Entscheidend ist der Geschwindigkeitsindex.
Winterreifen mit einem niedrigeren Geschwindigkeitsindex als in den Fahrzeugpapieren vorgeschrieben dürfen nur innerhalb des dafür vorgesehenen Winterzeitraums verwendet werden. Vom 16. Mai bis 14. Oktober müssen die Reifen mindestens den erforderlichen Geschwindigkeitsindex erfüllen.
Wer ganzjährig geeignete Ganzjahres- oder Winterreifen mit einem ausreichenden Geschwindigkeitsindex fährt, darf sie grundsätzlich auch im Sommer verwenden. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Pkw beträgt 1,6 Millimeter. Aus Sicherheitsgründen ist bei Winterreifen ein deutlich tieferes Profil empfehlenswert.
Straßen- und Hinweisschilder in Italien

Die Farbe der Wegweisung hilft bei der Orientierung:
- Grün: Autobahn
- Blau: andere Haupt- und Fernstraßen
- Weiß: innerörtliche Ziele
- Braun: touristische oder kulturelle Ziele
- Gelb: häufig vorübergehende Verkehrsführung oder Baustelle
In Südtirol sind viele Schilder zweisprachig auf Deutsch und Italienisch. Im Aostatal finden sich italienische und französische Bezeichnungen.
| Italienisch | Deutsch |
|---|---|
| Divieto di accesso | Einfahrt verboten |
| Deviazione | Umleitung |
| Lavori in corso | Bauarbeiten |
| Strada chiusa | Straße gesperrt |
| Strada senza uscita | Sackgasse |
| Senso unico | Einbahnstraße |
| Rallentare | Langsamer fahren |
| Parcheggio | Parkplatz |
| Pedaggio | Maut |
| Centro | Stadtzentrum |
| Zona a traffico limitato | Verkehrsbeschränkte Zone |
Bußgelder aus Italien
Italienische Bußgeldbescheide sollten nicht ignoriert werden. Rechtskräftige Geldsanktionen können unter bestimmten Voraussetzungen auch in Deutschland vollstreckt werden. Zusätzlich können italienische Forderungen über einen längeren Zeitraum in Italien vollstreckbar bleiben.
Bei Mietwagen erhält die Behörde die Halterdaten zunächst vom Vermieter. Die Mietwagenfirma berechnet für die Bearbeitung häufig eine zusätzliche Gebühr. Diese Gebühr ist nicht das eigentliche Bußgeld. Der behördliche Bescheid kann später separat eintreffen.
Vor einer Zahlung sollte geprüft werden:
- ob Kennzeichen, Ort und Zeitpunkt stimmen,
- welcher konkrete Verstoß vorgeworfen wird,
- ob das Schreiben von einer nachvollziehbaren Stelle stammt,
- welche Zahlungsfrist gilt,
- ob bei schneller Zahlung ein Nachlass angeboten wird,
- wie und innerhalb welcher Frist Einspruch eingelegt werden kann.
Bei vielen italienischen Verkehrsbußgeldern kann eine Zahlung innerhalb von fünf Tagen zu einer Ermäßigung führen. Das gilt jedoch nicht ausnahmslos für jeden Verstoß. Maßgeblich sind die Angaben im Bescheid.
Besonders häufig erhalten Urlauber Forderungen wegen:
- Einfahrt in eine ZTL,
- Geschwindigkeitsüberschreitungen,
- Falschparken,
- nicht bezahlter Autobahnmaut,
- Handynutzung am Steuer,
- Missachtung von Bus- oder Umweltspuren.
Panne oder Unfall in Italien
Bei einer Panne sollte das Fahrzeug möglichst außerhalb des fließenden Verkehrs abgestellt werden. Vor dem Aussteigen ist die Warnweste anzulegen. Anschließend wird das Warndreieck in ausreichender Entfernung aufgestellt, sofern dies gefahrlos möglich ist.
Auf Autobahnen ist privates Abschleppen verboten. Es muss ein zugelassener Pannendienst verständigt werden.
Die europaweite Notrufnummer lautet 112. Bei Personenschäden muss die Polizei beziehungsweise der Rettungsdienst verständigt werden.
Nach einem Unfall empfiehlt es sich:
- die Unfallstelle zu sichern,
- bei Verletzten Erste Hilfe zu leisten,
- Fahrzeuge und Schäden zu fotografieren,
- Daten aller Beteiligten und Zeugen aufzunehmen,
- den europäischen Unfallbericht auszufüllen,
- Versicherung oder Automobilclub zu informieren.
Die internationale Versicherungskarte ist nicht zwingend erforderlich, erleichtert aber den Nachweis des Versicherungsschutzes und die Abwicklung eines Schadens.
Häufige Fragen zum Tanken und Autofahren in Italien
Was bedeutet Servito an der Tankstelle?
Beim Servito übernimmt ein Tankwart das Betanken. Dieser Service ist normalerweise teurer als der Self Service.
Was bedeutet Fai da te?
„Fai da te“ bedeutet Selbstbedienung. Der Fahrer bedient Zapfsäule und gegebenenfalls Tankautomat selbst.
Wie heißt Superbenzin in Italien?
Superbenzin wird als „Benzina“, „Benzina senza piombo“ oder Benzina 95 bezeichnet. Zusätzlich sollte auf die Kennzeichnung E5 oder E10 geachtet werden.
Wie heißt Diesel in Italien?
Diesel wird als „Gasolio“ oder „Diesel“ bezeichnet. „Gasolio“ darf nicht mit Benzin verwechselt werden.
Ist Tanken an italienischen Autobahnen teurer?
Autobahntankstellen sind häufig teurer als Stationen in nahe gelegenen Orten. Zusätzlich muss zwischen dem günstigeren Self-Preis und dem teureren Servito-Preis unterschieden werden.
Braucht man für Italien eine Vignette?
Nein. Auf den meisten Autobahnen wird eine streckenabhängige Maut erhoben. Auf einzelnen Strecken besteht ein elektronisches Free-Flow-System.
Was ist eine ZTL?
Eine ZTL ist eine Zone mit eingeschränkter Zufahrt. Unberechtigte Einfahrten werden häufig automatisch per Kamera erfasst und können ein Bußgeld auslösen.
Wie schnell darf man in Italien fahren?
Für Pkw gelten grundsätzlich 50 km/h innerorts, 90 km/h außerorts, 110 km/h auf Schnellstraßen und 130 km/h auf Autobahnen. Bei Regen, für Fahranfänger und für Gespanne gelten niedrigere Grenzen.
Wie hoch ist die Promillegrenze?
Die allgemeine Grenze liegt bei 0,5 Promille. Für Fahranfänger in den ersten drei Jahren, Fahrer unter 21 Jahren und bestimmte Berufskraftfahrer gelten 0,0 Promille.
Fazit: Tanken und Autofahren in Italien
Das Tanken in Italien ist unkompliziert, wenn der Unterschied zwischen Self und Servito bekannt ist. Selbstbedienung ist meist deutlich günstiger. Vor dem Tanken sollte außerdem auf die italienischen Kraftstoffbezeichnungen und das europäische Kraftstoffsymbol geachtet werden.
Für Autofahrer sind besonders die streckenabhängige Autobahnmaut, das Tutor-Kontrollsystem und die ZTL in historischen Innenstädten wichtig. Wer vorab Tankpreise, Route, Maut und Parkmöglichkeiten prüft, kann unnötige Kosten vermeiden und den Italienurlaub entspannter genießen.
Guter Artikel, leider allein beim Querlesen 3 Grammatik- und Rechschreibfehler gesehen. Schade
Können Sie mir bitte Mitteilen wie hoch der Benzinpreis 2000 durchschnitlich in Italien warß
Allein in dieser dämlichen Antwort habe ich einen Rechtschreibfehler gefunden. Unvorstellbar!!!
10er du Maulaff.
Liebe Irene,
Rech(t)schreibfehler schreibt man mit „t“.
Es sind "drei" Fehler und bei deiner Rechtschreibung fehlt das "t". Schade.