Super E10

Was ist Super E10?

Super E10 wurde in Deutschland als Ergänzung zu dem bisherigen Super seit 2011 eingeführt, welches fortan den Zusatz E5 trug. So gibt es derzeit an deutschen Tankstellen Super Benzin als Super E5 und Super E10.

Durch das Beimischen von Bioethanol sollen der CO2 Ausstoß und der Verbrauch an fossilen Brennstoffen reduziert werden sowie die gesetzlich vorgeschriebene Biokraftstoff-Quote eingehalten werden. Die Biokraftstoff-Quote beträgt zur Zeit 6,25%, also muss der Marktanteil an der Biokraftstoffes am gesamtem Markt 6,25% betragen, bei Ottokraftstoffen sind es 2,8% und bei Dieselkraftstoffen 4,4%.

Es kam mit der Einführung des neuen Kraftstoffes zu vielen Kontroversen, da Super E10 Bioethanol in einer Konzentration von 10% enthält, also 5% mehr als das Super E5 welches lediglich 5% Bioethanol enthält, daher rühren auch die Bezeichnungen E5 und E10, die Zahl steht hier für den Prozentsatz der Bioethanolbeimischung im Kraftstoff, nämlich 5% im Super E5 bzw. 10% im Super E10.

Das beigemischte Ethanol hat gegenüber Benzin 32% weniger Energie, was sich jedoch im gesamten Energiegehalt bei einer Beimischung von 5% bzw. 10% lediglich mit nur etwa 2% im gesamten Energiegehalt bemerkbar macht.

Tankt man Super E10 statt Super E5 verbraucht man jedoch zwischen 1-3% mehr so, dass sich der günstigere Preis vom E10 gegenüber dem E5 wieder relativiert.

Welche Bedenken gibt es gegenüber E10?

Gegenüber Super E10 gibt es seit der Markteinführung Bedenken bezüglich der Verträglichkeit für die Motoren und der gewünschten Klimaverträglichkeit:

Gegenüber Super E10 gibt es seit der Markteinführung Bedenken bezüglich der Verträglichkeit für die Motoren und der gewünschten Klimaverträglichkeit:

Insbesondere die Verträglichkeit für Motoren, ein möglicher höherer Verbrauch und keine positiven Umwelteinflüsse sind hier Aspekte. Die Gewinnung von Bioethanol ist umwelttechnisch auch umstritten, da es aus Getreide und Zuckerrüben gewonnen wird. Somit wird dadurch der Getreidemarkt belastet.

Ob ihr Auto Super E10 verträgt können sie am weiter unten auf der Seite erfahren.

Es wird sogar eine Knappheit an Getreide befürchtet, denn Getreide wird für die Gewinnung von Bioethanol benötigt und muss zudem zusätzlich angebaut werden, was auch mit Umweltbelastungen verbunden ist.

Dem entgegen steht, dass zur Gewinnung des Bioethanols nur Zuckerrüben und Getreide verwendet wird, welches Futterqualität entspreche, laut dem Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.

Seit wann gibt es E10 und welche Autos können E10 tanken?

Eingeführt wurde E10 im Jahr 2011 an den Tankstellen und sollte den Rohölverbrauch senken, also die Nutzung fossiler Brennstoffe, da 5% des Benzins hier durch Ethanol ersetzt werden. Die Co2 Emissionen und die daraus resultierenden Verschmutzungen für die Umwelt sollten geringer ausfallen. Zu Einführungsbeginn des neuen Kraftstoffes kam es sogar zu Engpässen bei den altbekannten Treibstoffen, da E10 sich kaum absetzen lies aufgrund vieler Bedenken bezüglich der Verträglichkeit von E10 für die Motoren der Fahrzeuge. Ende 2012 lag der Marktanteil von E10 bei knapp 15% zu Beginn der Markteinführung waren es gerade mal 6%.

Laut dem Verband der Automobilindustrie sind 99% der Fahrzeuge in Deutschland bedenkenlos E10 tanken. Wird an einer Tankstelle E10 zum Verkauf angeboten, so muss der Tankstellenbetreiber auch E5 anbieten, damit soll sicher gestellt werden, dass Autos die nicht E10 tanken können, da sie nicht für E10 freigegeben sind und vor allem ausländische Fahrzeuge weiterhin betankt werden können, welche nicht für die Nutzung von E10 geeignet bzw. freigeben wurden, da viele älterer Modelle aus Kostengründe nicht auf eine E10-Verträglichkeit hin getestet wurden. Wurde also für ein Fahrzeugmodell keine Freigabe erteilt, aufgrund von fehlenden Tests, bedeutet dieses nicht zwangsläufig, dass das Fahrzeug schaden nimmt beim Tanken von Super E10.

Ist E10 umweltverträglich?

Problematisch bleibt jedoch, dass zur Gewinnung von Bioethanol große Agrarflächen benötigt sowie Energie zur Betrieb der verarbeitenden Maschinen benötigt werden und so Klimaneutralität nur bedingt gewährleistet wird. In Deutschland wurde deshalb die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung erlassen nach der Biokraftstoffe nur dann als nachhaltig produziert gelten, wenn im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen 35 % Treibhausgase und mehr eingespart wurden in der gesamten Produktionskette. Auch die Nutzung von Regenwälder als Rohstoffproduktion sind untersagt, da hier Anbauflächen mit biologischer Vielfalt und hohem Kohenstoffspeicher nicht verwendet werden dürfen für die Gewinnung von Bioethanol. Diese Nachhaltigkeitsklausel gilt jedoch nur für Bioethanol und nicht für fossile Brennstoffe. Von 2017 an gilt sogar ein Grenzwert von 50% statt der bisherigen 35%.

An den Zapfsäulen befindet sich ein runder Aufkleber mit der Aufschrift „Super E10 schwefelfrei (ROZ95) wie er in Deutschland vorgeschrieben wurde nach der 10. Verordnung zur Durchführung von des Bundes-Immissonsschutzgesetzes (10. BlmSchV), nach dieser ist auch vorgeschrieben, dass sich im Kraftstoff heizbare Mindestanteile an Biokraftstoffen befinden müssen. So diente die Einführung von E10 auch zur Erfüllung dieser gesamten Quote. So müssen derzeit 6,25% der Kraftstoffe am Markt Biokraftstoffe sein.

Schädigt E10 den Motor?

Super E10 steht im Verdacht, aufgrund des höheren Alkoholanteils, vor allem bei hohen Temperaturen und hohen Drücken Korrosion an aus Aluminium gefertigten Bauteilen zu verursachen. Insbesondere Einspritzdüse und Einlassventil im Ansaugtrakt oder die Benzinpumpe können bei der Kraftstoffversorgung des Motors davon betroffen sein. Auch Bauteile aus Kunststoff wie Dichtungen und Schläuche können durch die höhere Konzentration von Alkohol in Mitleidenschaft gezogen werden. Das der Ethanolanteil im Benzin gesteigert werden sollte ist jedoch seit den 1980er Jahren bekannt so haben die Zulieferer der Automobilindustrie bereits in den 1990er Jahren begonnen Kunststoffteile auf einen höheren Ethanolanteil im Benzin hin zu optimieren. Ebenfalls problematisch kann sein, dass sich im Motor mehr Kondenswasser bildet, welches wiederum dazu führt, dass das Öl verdünnt wird, schneller alter, den Motor mehr verschleißt und so ein Ölwechsel schneller anfällt als bei der Verwendung von Super E5 der Fall wäre.

Verbraucht man mit E10 mehr Kraftstoff als mit E5?

Ethanol enthält gegenüber Benzin 32% weniger Energie, der beigemischt macht der Unterschied zwischen Super E5 und Super E10 im Energiegehalt nur knapp 2% aus. Da Autos bei der Abgaseregelung nicht auf E10 optimiert konstruiert sind kann es bei E10 zu einem Kraftstoff Mehrverbrauch von 1,5% bis 3% kommen.

Nach einem Test des ADAC liegt der Kraftstoffverbrauch bei E10 um 1,5% höher als bei E5 und die die Co2 Emissionen sinken um 0,9%.

Gegenüber E5 wird E10 an den Tankstellen günstiger verkauft, was auch die mangelnden Akzeptanz von Super E10 zurück zuführen ist.

Gibt es auch in anderen Ländern E10?

In anderen Ländern wurde E10 auch eingeführt, in Österreich bereits 2010 mit ähnlichen Bedenken bezüglich der Gewinnung von Bioethanol wie in Deutschland, in Österreich wird Bioethanol aus Mais-, Weinzenstroh und Elefantengras gewonnen. In Frankreich und Finnland gibt es E10 seit 2009 und 2011 in Schweden. In den USA gibt es E10 schon länger, dort gibt es weiterhin E15, E25 und E85. Dem Benzin wird dort seit mehr als 10 Jahren das Antiklopfmittel ETBE beigemischt welches ebenfalls aus Ethanol gewonnen wird. In Schweden ist schon länger sogar E85 als Kraftstoff üblich.

Was ist E85?

Weiterhin gibt es noch E85 welches einen sehr hohen Anteil an Bioethanol, nämlich 85%, besitzt, es können damit Flexible Fuel Vehicles betrieben werden, welche in Schweden, Tschechien und den USA vertrieben werden, diese können mit den Kraftstoffen Ethanol, Methanol, Benzin oder diversen Mischungen von Ethanol und Methanol angetrieben werden.

Bei der Gewinnung von Ethanol aus Zuckerrüben werden in Brasilien große Flächen des Regenwaldes für den Anbau geopfert. Umwelttechnisch wäre eine Gewinnung aus pflanzlichen Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen deutlich vorteilhafter.

Was sollte man beachten wenn ein Auto länger steht, sollte der Tank voll sein?

Lässt man ein Fahrzeug länger unbewegt stehen, wie beim Einmotten im Winter, sollte dieses stets mit einem vollem Tank geschehen. E10 ist gegenüber E5 sogar besser lagerungsbeständig aufgrund des höheren Ethanolgehaltes. Kommt es jedoch zu Temperaturschwankungen kann bei warmer Temperatur die Luft aus dem Tank gedrückt werden und zieht beim kälteren Temperaturen feuchte Luft rein, so dass sich mehr Wasser im Tank ansammelt. Je nach Mischungsverhältnis kann bei gestiegenem Wasser Anteil sich am Boden des Tankes eine korrosive Phase aus Ethanol und Wasser bilden. Um dem entgegen zu wirken sind konstante Temperaturen vorteilhaft und ein voller Tank, damit sich wenig Luft im Tank befindet die herausgedrückt werden kann bei Hitze.

Eignet sich E10 für den Rasenmäher?

Ob es sich um einen 2-Takt- oder 4-Taktmotoren handelt, es gilt grundsätzlich man sollte das Handbuch zu Rate ziehen. An sich können Arbeitsgeräte wie Rasenmäher, Stomgeneratoren oder Bootsmotoren mit E10 betrieben werden. Jedoch sollte man ohne konkrete Freigabe des Herstellers eine Kraftstoffsorte mit geringerem Ethanolgehalt wählen als E10, zum Beispiel Super E5 oder Super Plus.

Verträgt mein Auto E10?

Je nach Hersteller und Modell gibt es unterschiedliche Freigaben für die Verträglichkeit von E10 Kraftstoff.

Modelle von Audi,Seat, Skoda und VW sollen kein E10 tanken, wenn sie über eine Standheizung verfügen.

Alfa Romeo gibt beispielsweise alle Modellreihen ab 2008 frei, Volvo nennt 1976 als Verträglichkeitsbeginn, mit einigen Ausnahmen von Direkteinspritzern, deren Benzinpumpen aus Aluminium gefertigt sind.

Alpina dürfen bis 1988 kein E10 tanken

Bei BMW sollen alle Modelle E10 verträglich sein.

Bei Ford sind alle Modelle bis auf einige der Mondeo-Reihe E10 verträglich.

Mercedes-Benz nennt alle Modelle vor 1985 als nicht geeignet für E10, sowie sind einige Modelle mit CGI-Direkteinspritzung bei C- und CLK in den Jahren 2001 bis 2005 nur eingeschränkt freigegeben für Supre E10. Vor allem Modelle ohne geregeltem Katalysator oder ohne Vergaser dürfen kein E10 tanken, dieses sind meist Fahrzeuge die älter als 25 Jahre sind.

MG/Rover sollen nicht mit E10 betankt werden

Mitsubishi mit einem GDI-Motor vertrage kein E10.

Bei Opel vertragen einige Modelle der Reihen Vectra, Zafira und Signunm kein E10.

Renault gibt die meisten Modelle ab 1997 frei für E10. Eingeschränkt verträglich sind einige große Modelle bis 2002.

Subaru vor 1999 vertragen kein E10.

Toyota gibt die Autos ab 1998 frei, ausgenommen einige Avensis-Modelle.

VW gibt einige Modelle des Types Golf/Bora, Lupo, Touran und Polo aus den Jahren 2001 bis 2006 nicht frei für E10.

Eine detaillierte Verträglichkeitsliste für E10 bei Autos hat die Deutsche Automobil Treuhand GmbH erstellt.

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