Gebrauchtwagenkauf

Gebrauchtwagenkauf was sollte man beachten?

Möchte man einen Gebrauchtwagenkauf kaufen sollte man einige Dinge beachten, sonst kann das scheinbar Schnäppchen schnell zu einer Kostenfalle werden. Worauf man genau achten sollte beim Gebrauchtwagenkauf erfahren sie auf dieser Seite. Wenn sie ihr bisheriges Fahrzeug verkaufen möchten finden sie Informationen zum Gebrauchtwagenverkauf hier.

Welches Auto passt zu mir?

Beim Gebrauchtwagenkauf stellt sich zunächst die Frage nach dem richtigen Modell.

Beim Gebrauchtwagenkauf stellt sich zunächst die Frage nach dem richtigen Modell.

Zunächst stellt sich die Frage nach dem richtigen Fahrzeugmodell. Diese richtet sich nach eigenen Vorlieben und natürlich auch dem zur Verfügung stehenden Budget. Eventuell möchte man sich seinen Traumwagen kaufen oder nimmt doch Vorlieb mit einem der gerade zu den aktuellen Bedürfnissen entspricht. Ein Sportwagen passt so meist nicht wenn gerade die Familienplanung mit Nachwuchs ansteht und ein geräumigeres Fahrzeug ist hier sinnvoller.

Ein 3 türiges Auto ist für Singles hingegen für die Stadt meist optimal, eine Familie mit 3 Kindern sucht vermutlich eher nach einem Van etc.

Aber man sollte sich keinesfalls vom Preis eines Modells täuschen lassen. Gerade besonders günstige Modelle am Markt können auch bekannte Nachteile haben wie Reparaturanfälligkeit, sind schwer wieder zu verkaufen etc.

Gerade beim täglichen Gebrauch stehen auch die Unterhaltskosten im Vordergrund. So ist es sinnvoll sich nach einem Auto umzuschauen, dass niedrig im Benzinverbrauch ist, in der Versicherung günstig und bekanntermaßen wenig reparaturanfällig ist. Gerade Pannenstatistiken können hier wertvolle Schlüsse erlauben. So macht es meist wenig sind ein günstiges Modell zu wählen, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man damit häufig in die Werkstatt muss.

Einige Modelle sind statistisch gesehen häufig in Unfälle verwickelt, so dass sie in der Versicherung teurer zu unterhalten sind. Auch Autos die häufig geklaut werden erhalten höhere Versicherungspolicen.

Neben dem eigentlichen Modell kommen noch Fragen nach der Ausstattung und der gewünschten Farbe ins Spiel. Aber auch die Frage nach dem Baujahr und der Kilometerzahl spielt eine wichtige Rolle. Gerade die Verkaufsportale im Internet ermöglichen einen guten Preisvergleich für Autos. So kann man leicht ermitteln für welches Fahrzeug das eigene Budget reicht.

Wie vermeidet man Fehlkäufe beim Gebrauchtwagenkauf?

Das Fahrzeug sollte auch optisch einem guten Zustand sein beim Gebrauchtwagenkauf.

Das Fahrzeug sollte auch optisch einem guten Zustand sein beim Gebrauchtwagenkauf.

Schon jeder hat einige Horrorgeschichten über den Gebrauchtwagenkauf im Bekanntenkreis gehört. Das beispielsweise beim Kauf grobe Mängel übersehen wurden oder nach einigen Wochen erste Mängel auftreten. Mitunter wurde sogar ein Unfallschaden vom Verkäufer verschwiegen und vertuscht. In diesem Fall hat man auch bei Privatkäufen das Recht auf eine Kaufrückabwicklung. Denn auch beim privaten Autoverkauf muss der Verkäufer alle Unfälle im Kaufvertrag offen legen. Nach §263 StGB kann sein solcher Betrug in schweren Fällen auch zu Freiheits- und Geldstrafen führen. Bei Käufen im Internet sollte man auf gut beleuchtet, detailreiche Fotos achten, die das Fahrzeug von allen Seiten zeigen. So kann man vorab möglich verschwiegenen Schönheitsfehler aufdecken.

Um solche Eventualitäten zu vermeiden empfiehlt es sich im Vorfeld des Autokaufes einige Dinge zu beachten. Im Idealfall hat man einen Autofachmann im Bekanntenkreis der beim Kauf den Wagen inspeziert. Aber auch ein kurzes Vorführen des Gebrauchtwagens bei der Dekra oder einer Werkstatt kann vor bösen Überraschungen schützen. Im Regelfall sollte der Verkäufer diesem zustimmen, sofern er nichts zu verheimlichen hat.

Folgende Checkliste hilft beim erfolgreichen Gebrauchtwagenkauf:

  • Ist das gewünschte Modell bekannt für seine Reparaturanfälligkeit?
  • Ist das Auto günstig im Unterhalt?
  • Man sollte einen Fachmann mit zur Autobesichtigung nehmen oder den Wagen bei einer Werkstatt oder Dekra überprüfen lassen. Ein technischer Check weist Mängel auf und man kann einschätzen, ob demnächst Reparaturen anstehen.
  • Machen sie unbedingt eine Probefahrt. Hören sie verdächtige Geräusche wie Klappern, ein Ruckeln während der Fahrt? Hier können defekte am Motor oder Getriebe vorliegen.
  • Weist der Wagen starke Gebrauchsspuren auf? Eventuell wurde Tachostand manipuliert. Gerade sehr abgewetzte Gummis an den Pedalen von Kupplung, Bremse, Gas können ein Indiz dafür sein, dass der Wagen mehr Kilometer auf dem Buckel hat als der Tacho bzw. der Verkäufer angeben.
  • Ein Gebrauchtwagenkauf beim Händler ist meist teurer als von Privatleuten, allerdings hat man hier eine Gebrauchtwagengarantie.
  • Beim Kauf kann man durch Verhandlungsgeschick häufig den Preis um einiges senken. So kann man gerade bei Schönheitsfehler wie Kratzern, Dellen etc. den Preis meist etwas drücken. Bei Bedarf kann man mit dem Ersparten günstig die Mängel mit einem Smart Repair anschließend beheben. Versuchen sie bei Mängeln den Preis um die Summe zu drücken die eine Reparatur kosten würde.

Die Besichtigung beim Gebrauchtwagenkauf

Generell gilt es einen Besichtigungstermin möglichst objektiv anzugehen. Lassen sie sich keinesfalls in einen Kauf reinreden. Seien sie entspannt niemand zwingt sie zum Kauf. Auch wenn sie sich in das Automodell verliebt haben beachten sie sachlich vorhandene Mängel die später viel Geld kosten können. Großes Interesse zu zeigen sollte man auch vermeiden, so kann man beim Kauf den Preis später noch etwas drücken.

Die Dinge die bei der Besichtigung des Autos beachtet werden sollten:

  • Überprüfen sie die Angaben in den Fahrzeugpapieren (Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief) mit dem Fahrzeug vor Ort. Wurde ein Tuning etc. durchgeführt? Wurde dieses korrekt eingetragen in den Papieren?
  • Liegt ein gepflegtes Serviceheft/Checkheft vor? Wie viele Vorbesitzer gab es? Handelt es sich eventuell um ein Garagenfahrzeug? Ein Fahrzeug eines Vielfahrers?
  • Wann wurden die letzten Inspektionen gemacht? Welche Arbeiten fallen demnächst an? Sind die Bremsklötze, Bremsbelege im guten Zustand? Wann wurde zuletzt das Öl gewechselt? Sollten diese Verschleißteile bald fällig sein stehen bald weitere Kosten nach dem Gebrauchtwagenkauf an.
  • Bis wann hat das Auto noch einen gültigen TÜV bzw. eine gültige Abgas-Untersuchung (AU). Liegt eine neue Plakette vor kann man in der Regel davon ausgehen das in absehbarer Zeit keine groben Mängel auftreten sollten.
  • Wichtig ist, dass man sich eine Unfallfreiheit bestätigen lässt. Am besten schriftlich im Kaufvertrag sollte vermerkt sein, ob der Wagen unfallfrei ist und das der Tachostand mit der gelaufenen Kilometerzahl übereinstimmt.
  • Wurde eine Tachojustierung durchgeführt, also die Kilometerzahl zurückgedreht, steigert das zwar für den Verkäufer den Wert, aber der Käufer wird hierbei betrogen, wenn diese Tachojustierung verheimlicht wird.
  • Weist der Wagen Rost auf am Unterboden, an tragenden Teilen an den Bremsleitungen?
  • Verliert der Wagen sichtbar Öl oder Bremsflüssigkeit? Befindet sich gar Öl im Kühlwasser dann kann vermutliche ein Zylinderkopfdichtungsschaden vorliegen und somit eine kostspielige Reparatur.
  • In welchem Zustand sind die Autoreifen? Wie viel Profil haben sie? Wie alt sind sie? Gibt es eventuell noch einen Satz Winterreifen, also eine Zweitbereifung mit zum Kauf dazu?
  • Sind die Reifen ungleichmäßig abgenutzt kann ein Schaden an der Achsgeometrie vorliegen oder ein Problem mit der Spur. Auch unausgewuchtete Reifen können hier eine Ursache sein.
  • Ist die Elektrik einwandfrei? Überprüfen sie die Lichtanlage, Fensterheber, Sitzheizung, Klimaanlage, Radio etc.
  • Spürt man während der Probefahrt Vibrationen am Lenkrad können Probleme mit Spur oder unausgewuchteten Reifen vorliegen. Eventuell zieht der Wagen bei der Geradeausfahrt sogar zur einer Seite wenn man das Lenkrad los lässt.
  • Hat das Lenkrad zuviel Spiel? Ist die Kupplung zu weicht, rutscht durch, macht das Getriebe beim Schalten merkwürdige Geräusche, reagiert der Wagen gut auf die Bremsen bereits auf dem halben Pedalweg?
  • Ein kurzer Bremstest auf einer unbefahrenen Strecke zeigt wie gut die Bremsen sind und ob der Wagen nicht zur einer Seite zieht.
  • Hört man generell merkwürdige Geräusche während der Fahrt? Woher kommen diese?
  • Die Probefahrt sollte unbedingt bei kaltem Motor geschehen. Damit man sieht ob er im kalten Zustand sofort anspringt und ruhig läuft.
  • Inspizieren sie den Motorraum. Sieht man Ölspuren? Anzeichen einer defekten Zylinderkopfdichtung? Läuft Flüssigkeit aus der Batterie aus, dann hält diese vermutlich nicht mehr lang und Kosten von gut 100€ stehen an.
  • Wie sehen die Spaltmasse an den Türen, der Motorhaube aus? Sieht man Spuren von Spachtelmasse? Geht man mit einem Magneten an den Türen entlang sollte dieser hängen bleiben, wenn nicht wurde eventuell ein Schaden mit zugespachtelt und lackiert.

Gebrauchtwagenkauf im Internet

Beim Besichtigungstermin sollte man mögliche Mängel beachten und objektiv handeln.

Beim Besichtigungstermin sollte man mögliche Mängel beachten und objektiv handeln.

Besonders das Internet macht es möglich bequem Gebrauchtwagen zu vergleichen. Man sucht hier nach Marken, Modellen, Baujahren, Kilometerständen, Leistung in kW oder PS, speziellen Ausstattungsmerkmalen, Fahrzeugfarbe und aktuellem Fahrzeugstandort. Hier gilt es sich nur auf seriösen bekannten Seiten aufzuhalten.

Man sollte sich allerdings nicht von schönen Verkaufsfotos blenden lassen. Seriöse Verkäufer zeigen auf den Fotos auch deutlich eventuell vorhanden Schäden wie Krater, Parkdellen, Hagelschäden etc. Werden dieser erst bei der Besichtigung deutlich sollte man Vorsicht walten lassen.

Nehmen sie ruhig einen Ausdruck des Inserates als Beweismittel zum Besichtigungstermin mit. Auch ein Telefonat mit dem Verkäufer kann hilfreich sein, um zu klären, ob der Wagen tatsächlich in Frage kommt bzw. noch nicht verkauft wurde. Werden sie am Telefon gefragt für welchen Wagen man sich interessiert handelt es sich höchst wahrscheinlich um einen Händler der vorgibt privat zu inserieren. Keinesfalls sollte man bereits Geld überweisen oder per E-Mail einem Kauf zustimmen ohne eine Besichtigung und Probefahrt gemacht zu haben.

Hilfreich ist es auch einen Muster-Kaufvertrag für Autos mit zur Besichtigung zu nehmen und vorab zu recherchieren wie hoch der Marktwert des Fahrzeuges ist.

Worauf sollte man beim Gebrauchtwagenkauf vom Händler achten

Kauft man ein Fahrzeug von einem Händler gilt es auch Dinge die beachtet werden sollten.

  • Wurde ein Fahrzeug gekauft, dass Mängel aufweist so hat man die Wahl zwischen einer Ersatzlieferung und einer Mängelbeseitigung. In diesem Fall darf der Verkäufer bis zu 2 Mal versuchen die Mängel zu beheben. Erst dann ist eine Ersatzlieferung ausgeschlossen und sie haben die Wahl, ob sie ihr Geld zurückhaben möchten oder einer Minderung des Kaufpreises.
  • Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt oder nur ein typischer Verschleiß kann von einem Sachverständigen entschieden werden. Man spricht hier von Mängel, wenn das Auto nicht die vertragsgemäße Beschaffenheit aufweist. Verschleiß muss nur in dem Rahmen hingenommen werden der für das Fahrzeugmodell, Alter und seine Laufleistung üblich ist.
  • In den ersten 6 Monaten nach dem Kauf ist der Verkäufer in der Beweispflicht. Er muss nachweisen, dass der Mangel noch nicht beim Kauf vorhanden war. Man selbst muss hier den Mangel nicht beweisen können.
  • Problematisch wird es wenn der Händler insolvent gegangen ist nach dem Kauf. Hier kann man leider meist keine weiteren Ansprüche mehr geltend machen.

Der Kauf eines Jahreswagens

Alternativ zum Neuwagenkauf bietet sich auch der Kauf eines Jahreswagens an. Hier kann man viel Geldsparen aufgrund des schnellen Wertverfalles von Autos in den ersten Jahren. Man kann hier in etwa mit 24% bis 60% Wertverlust je nach Marke und Modell des Fahrzeuges rechnen.

Die Vorteile für den Käufer sind neben dem günstigen Preis die Tatsache, dass Jahreswagen in der Regel wenig Mängel aufweisen bzw. noch nicht viel gelaufen sind. Auch erste Kinderkrankheiten sollten bis dahin bekannt geworden und behoben sein.

Man hat es fast mit einem Neuwagen zu tun.

Gravierende Mängel liegen also in Normalfall nicht vor. Man sollte dennoch auf ein gepflegtes Scheckheft, den Kilometerstand, mögliche Lackschäden, Gebrauchsspuren im Innenraum an den Polstern, Ledersitzen, Kunststoffen und Gummierungen der Fahrzeuginnenverkleidung und dem Armaturenbrett achten.

Meist liegt sogar noch eine Restgarantie des Herstellers vor und der nächste TÜV-Besuch noch in der Ferne.

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