Autogas

Was genau ist Autogas?

Autogas ist in Deutschland weniger verbreitet, aber immer mehr Tankstellen bieten Autogas an. Es trägt auch die Bezeichnung LPG (Liquified Petroleum Gas) an der Tankstelle und ist eine Mischung aus Propan und Butan, dass unter Druck in einen flüssigen Zustand versetzt wurde.

Autogas kann man unter anderem auch bei Aral tanken.
Autogas kann man unter anderem auch bei Aral tanken.

Es ist wenig besteuert (18,02 Cent/kg), da es umweltfreundlicher als Benzin (65,45 Cent/l) verbrennt und daher günstig. Bei der Verbrennung fallen 50% weniger Kohlenwasserstoffe, knapp 16% weniger Co2 und 20% weniger Stickoxide an. Autogas verbrennt also besonders umweltfreundlich.

Die Oktanzahl beim Autogas liegt zwischen 105 und 115.

Die chemische Zusammensetzung besteht aus kurzkettigen Kohlenwasserstoffen, wie Ethan, Propan, Butan etc.

Ursprünglich waren Flüssiggase ein ungewünschtes Nebenprodukte bei der Raffination von Mineralölen wie Diesel und Benzin, auch bei der Ölförderung wurden sie als „nasses Bohrgas“ an der Förderstelle direkt ohne weitere Nutzung verbrannt.

Es handelt sich um die typischen Feuer an Ölförderpumpen wie man sie häufig von Bildern der Ölabbaugebiete kennt.

Neben der Verwendung als Treibstoff für Ottomotoren findet Flüssiggas auch Verwendung als Heiz- und Kochenergiequelle (bei Feuerzeugen, Camping-Gasflaschen etc.).

Auch unter der Bezeichnung GPL aus dem französischen „Gaz de petrole“ ist in Europa verbreitet.

Es ist zu unterscheiden vom Erdgas, welches auch als Kraftstoff für Fahrzeuge genutzt wird unter der Bezeichnung CNG  (Compressed Natural Gas), es handelt sich hier um ein stark verdichtetes Gas. Weiterhin gibt es noch das Flüssigerdgas LNG (Liquefied Natural Gas).

Autogas an den Tankstellen

Der Transport von Flüssiggas findet nicht über Pipelines statt wie beim Erdgas, sondern wird mit Schiffen, Bahnkesselwagen und Tankwagen auf der Strasse direkt zu den Autogasstankstellen oder dem Flüssiggastank des Endverbrauchers geliefert. Insbesondere der geringe Druck der Gase Propan und Butan ermöglichen hier einen vereinfachten Transport.

autogas
Autogas ist günstiger als Benzin oder Diesel

Deutschland weit wird Autogas an 6500 Tankstellen, davon 100 Autobahntankstellen angeboten.

Man kann ein bisheriges Benzinfahrzeug in ein Autogas-Fahrzeug umrüsten. Der Verbrauch ist wegen des geringen Heizwertes bis zu 30% höher als bei Benzin.

Eine Umrüstung kann sich lohnen, wenn das Auto in einem guten Zustand und nicht zu alt ist, damit die zukünftig gefahrenen Kilometer sich noch rechnen können.

Bei der Umrüstung sollte man allerdings auch das Fahrverhalten bedenken, denn gerade bei hohen Geschwindigkeiten steigt der Verbrauch im Gegensatz zu Benzin, exponentiell an. Wer also viel Autobahn fährt ist in der Regel mit einem sparsamen Benziner günstiger unterwegs.

Wie viel kostet die Umrüstung auf Autogas und wann lohnt sie sich?

Eine Umrüstung kostet zwischen 1000€ und 4000€ je nach Fahrzeug, Umbauaufwand und Anbieter. Je mehr Butan beigemischt wird umso geringer ist der Mehrverbrauch, jedoch sind die Klopffestigkeit gegenüber Propan. Für die Betankung mit Autogas wird eine spezielle Anlage benötigt die unter Druck betankt sowie eine Einweisung um Sicherheitsrisiken zu verringern. Rechnen kann sich eine Umrüstung des Autos auf Autogas in etwa nach 50.000 gefahrenen Kilometern.

Das Gewicht einer LPG-Anlage ist mit ca. 40 kg recht gering.

Was für Besonderheiten gibt es bei der Umrüstung zu beachten?

Spezielle Additive schmieren und kühlen die Ventile nach der Umrüstung.
Spezielle Additive schmieren und kühlen die Ventile nach der Umrüstung.

Bei der Umrüstung auf LPG können „Radmuldentanks“ Verwendung finden, so dass kein Kofferraum verloren geht. Sie bieten um 60-100 Liter Volumen, alternativ gibt es noch Zylindertanks mit 200 Liter Volumen. Auch für Pickups oder Transporter ist eine Umrüstung mit großen Zusatztanks möglich. Die Unterbringung des Tankes ist auch im Kofferraum oder „unterflur“, also unter dem Auto möglich.

Der Druck mit dem betankt wird liegt bei 8-15 bar. Das zu Beginn der Fahrt noch mit Benzin gefahren wird bis der Motor auf die Betriebstemperatur gekommen ist, gibt es einen Umschalter, der auf Gasbetrieb umschaltet. Dieses kann manuell oder automatisch erfolgen. Das Gas kann am Druckminderer bei zu niedrigen Temperaturen sonst frieren und muss daher beheizt werden.

Auch die Beimischung eines Additives ist empfehlenswert, es soll gewährleisten, dass die Ventile und Ventilsitze besser gekühlt und geschmiert werden. Vor allem bei ungünstigen Materialverhältnissen ist dieses erforderlich, auch sollte dann eine mittlere Drehzahl bei der Fahrt eingehalten werden.

Bei CNG ist der Tankdruck deutlich höher, auch hier können die Tanks im Kofferraum angebracht werden. Auch unter dem Fahrzeug (unterflur) ist üblich, vor allem bei Fahrzeugen aus Serienfertigung. Nutzfahrzeuge tragen Tanks teilweise auf dem Dach.

Viele Autohersteller bieten auch Autogas-Modelle (LPG-Modelle) ab Werk an, so das eine Umrüstung hier entfällt.

Die Anzahl der in Deutschland betriebenen Autos mit Autogas hat in den letzten Jahren zu genommen so gab es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Jahr 2001 ganze 1866, 2006 waren es knapp 40.000 PKW und im Jahr 2011 schon 450.000 Fahrzeuge.

Die Geschichte des Autogases

Autogas wurde bereits um 1920 in den USA bei Autogasmotoren verwendet. 1935 gab es bereits in Hannover eine Gastankstelle. Auch Nicolaus August Otto, der Erfinder des Ottomotors hatte Gas als Energielieferant genutzt.

In den 1970er Jahren erlebte Autogas, bedingt durch die Ölkrise, in den Niederlanden und Italien eine weite Verbreitung.

Wie läuft die Umrüstung auf Autogas genau ab?

Gerade Benzinmotoren sind bei der Umrüstung zu Autogas (LPG) unproblematisch.
Gerade Benzinmotoren sind bei der Umrüstung zu Autogas (LPG) unproblematisch.

Der Umbau von Ottomotoren ist besonders gut geeignet und unkompliziert, da die Verbrennungseigenschaften von LPG und Benzin sehr ähnlich sind. Es wird lediglich eine Gasleitung gelegt die anstelle von Benzin Gas zur Zündkerze leitet und so die Zylinder vom Motor in Bewegung setzt.

Man sollte allerdings beachten, dass nach einer Umrüstung auf Autogas weiterhin Benzin benötigt wird. Denn der Anlasser startet die erste Zündung nach wie vor mit Benzin. Dieses ist auch der Grund warum der bisherige Tank mit Tankdeckel erhalten bleibt.

Zusätzlich daneben oder am Heck des Fahrzeuges wird der Tankstutzen für die Einfüllung des Gases montiert.

Es ist sogar möglich während der Fahrt den Betrieb zwischen Gas und Benzin umzuschalten.

Der zusätzlich benötigte Tank in Form eines Reservereifens passt in die Reserveradmulde, so dass kein Stauraum im Kofferraum verloren geht.

Möchte man ein Diesel-Fahrzeug auf Autogas umrüsten wird es komplizierter. Hier wird nämlich eine weitere Zündung beachtet werden, so dass die Umrüstung nur bei Fahrzeugen mit hohem Verbrauch wie Busen oder LKWs rechnet.

Ist Autogas sicher?

Dieser Tank ist mit einer Wandstärke von 3,5 mm und einen möglichen Beladungsdruck von bis zu 20 bar sehr sicher. Auch das Vermischen der Kraftstoffe Benzin und Gas wird durch entsprechende Ventile verhindert. Bei schweren Unfällen sorgen diese auch dafür dass das Gas kontrolliert abgelassen wird, um Explosionen und Brände zu vermeiden. Das Tanken von Autogas ist also sicherer als häufig vermutet wird.

Nach der Umrüstung durch eine Fachwerkstatt muss der Umbau vom TÜV abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Tanken von Autogas

Wie genau ein Auto mit Gas betankt können sie hier nachlesen. Grundsätzlich wird ein Tankadapter auf den Tankstutzen der Öffnung des Gastankes aufgeschraubt und die Zapfpistole dann mit diesem verriegelt. Eine Überfüllung wird hier durch ein Rückschlagventil verhindert, dass den Tankvorgang abbricht, sobald der Tank gefüllt ist.

Diese Mechanismen dienen der Sicherheit beim Tanken und falls es defekte an den Gaszuleitungen geben sollte. Während des Tankens wird ein Knopf an der Zapfsäule dauerhaft gedrückt mit diesem auch die Gaszufuhr unterbrochen werden kann.

Man sollte beachten, dass das Gas mit ca. -40°C getankt wird und ein Kontakt mit der Haut zu Kälteverbrennungen führen kann. Sicherheitshalber sollte man daher beim Tanken Handschuhe tragen.

Ist man im Ausland unterwegs sind unter Umständen andere Adapter nötig, die man allerdings vom Tankwart erhält. Auch ist es in einigen Ländern nicht üblich, dass Gas per Selbstbedienung getankt wird. Hier übernimmt der Tankwart das Tanken und das ausschrauben eines eventuell benötigten Adapters.

Es gibt beispielsweise ein ACME System in Belgien, Luxemburg, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weiterhin gängig sind auch Dish Coupling- und Bajonette-Systeme.

Was man nach dem Umbau von Autogas beachten sollte

Nach dem Umbau kann bei der Leistung bei guter Einstellung sogar eine Leisterungssteigerung des Motors erzielt werden.

Verfügt der Motor über einen Turbolader bzw. Kompressor werden mögliche Leistungsverluste durch höheren Ladedruck ausgeglichen. Denn Autogas verdrängt grundsätzlich Luft in den Zylindern, was zu weniger Leistung durch weniger Sauerstoff bei der Verbrennung führt. Werden die Zylinder aber gleichmäßig befüllt kann man diesen Verlust kompensieren.

Autogas ist an der Tankstelle deutlich günstiger als Benzin mit ca. 80 Cent, allerdings hat es durch seine geringere Dichte einen geringen Brennwert. So steigt der Verbrauch in Litern etwa um 15 bis 20% nach der Umrüstung an. In der Summe ergibt sich jedoch eine Kraftstoffersparnis um ca. 70%.

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